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LED-Lampen auf dem Vormarsch

Lübeck LED-Lampen auf dem Vormarsch

Ikea will nur noch LEDs verkaufen und folgt damit einem Trend. Bürger und Kommunen setzten verstärkt auf das günstige Licht.

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Jelena Wogram (23) ist im Bauhaus-Markt an der Lübecker Lohmühle die Fachfrau für Leuchtmittel. „Die Nachfrage nach LEDs steigt deutlich. Aber vor allem ältere Kunden, die sich an Glühbirnen gewöhnt haben, müssen von den Vorteilen oft noch überzeugt werden.“

Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Lübeck. Die Zeit von Glühbirnen und Neonröhren scheint endgültig abzulaufen. Deutschland rüstet großflächig auf LED-Lampen um. Bereits im kommenden Jahr, prognostizieren Branchenverbände, werden 45 Prozent der Innen- und Außenbeleuchtung von LEDs stammen, bis 2020 soll ihr Anteil sogar auf 70 Prozent anwachsen. Aber nicht nur in Privathaushalten, auch in Städten und Kommunen schafft die sparsame Lichttechnik echte finanzielle Entlastung.

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Jelena Wogram (23) ist im Bauhaus-Markt an der Lübecker Lohmühle die Fachfrau für Leuchtmittel. „Die Nachfrage nach LEDs steigt deutlich. Aber vor allem ältere Kunden, die sich an Glühbirnen gewöhnt haben, müssen von den Vorteilen oft noch überzeugt werden.“

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Für deren weiteren Siegeszug will jetzt auch der schwedische Möbelriese Ikea sorgen. Das Unternehmen kündigte in einer Mitteilung an, ab September das gesamte Leuchtmittelsortiment auf LED umzustellen. Gleiches gelte für die Beleuchtung in den 49 deutschen Einrichtungshäusern des Konzerns. Dazu seien in den vergangenen drei Jahren 250000 Lampen ausgetauscht und 14 Millionen Euro investiert worden.

„LED-Lampen erleben zurzeit einen Boom“, bestätigt auch Werner Heimann, Leiter des Bauhaus- Marktes an der Lübecker Lohmühle. Mit dem starken Preisanstieg beim Strom würden diese Leuchtmittel immer attraktiver, denn die Energieersparnis liege im Vergleich zu herkömmlichen Lampen bei bis zu 90 Prozent, die Lebensdauer einer LED bei 20 bis 25 Jahren. Zwar sind sie in der Anschaffung je nach Marke doppelt bis dreimal so teuer. „Aber das rechnet sich durch die Energieersparnis schnell“, sagt Heimann. Zumal die massenhafte Verbreitung dieser Technologie sich mehr und mehr in niedrigeren Anschaffungspreisen niederschlage.

Auch Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein setzen zunehmend auf das stromsparende Licht. Eine Vorreiterin im Norden ist die Stadt Geesthacht im Kreis Herzogtum Lauenburg. Bis auf wenige Ausnahmen sei inzwischen die gesamte Straßenbeleuchtung auf LED umgerüstet worden, sagt Stadtsprecher Torben Heuer. Gleiches gelte für die Innen- und Außenbeleuchtung des Rathauses. Die dafür nötigen Investitionen seien allerdings erheblich gewesen. 1,2 Millionen Euro habe der Umbau der Straßenbeleuchtung gekostet, 215000 Euro das Rathaus. 20 Prozent Klimaschutz-Fördermittel gab es dafür vom Bund. „Pro Jahr sparen wird durch den niedrigeren Energieverbrauch jetzt 44 Tonnen Kohlendioxid ein und senken unsere Energiekosten für die Beleuchtung um 200 000 Euro“, rechnet der Stadtsprecher vor. Nach 6,5 Jahren werde sich die Investition bereits amortisiert haben, nach 30 Jahren würden die Einsparungen für den städtischen Haushalt bei 623 000 Euro liegen.

Große Städte wie Lübeck und Kiel hinken dagegen noch hinterher. Man werde für die 21 000 Straßenlaternen erst großflächig auf LED setzen, wenn alte Anlagen kaputt sind und die Technik insgesamt nicht mehr so kostenintensiv ist, heißt es von der Lübecker Stadtverwaltung. Denn es genüge eben nicht, einfach nur die Birnen auszuwechseln, sondern es müssten ganze Lichtanlagen ersetzt werden. Auch von den 20000 Laternen der Landeshauptstadt Kiel leuchtet aus den gleichen Gründen derzeit nur ein winziger Bruchteil mit LED. Das Land Schleswig-Holstein geht ebenfalls nicht mit gutem Beispiel voran: Gegenwärtig gebe es keinen Plan, die Beleuchtung in den Liegenschaften des Landes auf LED-Technik umzurüsten, heißt es vom Gebäudemanagement des Landes.

Der deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat sich deshalb unlängst für höhere Fördermittel von Bund und Ländern ausgesprochen. „Es gibt noch immer erheblichen Investitionsbedarf. Deshalb muss es auch zusätzliche Fördermöglichkeiten geben“, sagte Bernd Düsterdiek, zuständiger Referatsleiter beim DStGB. Denn die Investition lohne sich oft schon nach sechs bis acht Jahren.

Von Watt und Lumen
LED ist die Abkürzung für Leuchtdiode (englisch: light-emitting diode, deutsch: Licht-emittierende Diode). Beim Kauf den richtigen Ersatz für eine alte Glühbirne zu finden, ist allerdings nicht ganz einfach, da sich die Wattangaben deutlich voneinander unterscheiden. Eine LED mit 9 bis 12 Watt entspricht von der Helligkeit einer Glühbirne mit 60 Watt. Exakte Angaben über die Helligkeit einer Lampe macht aber nur der Wert Lumen. Als Orientierung für den LED-Kauf: Eine althergebrachte 25-Watt-Glühbirne leuchtet mit 230 Lumen, 40 Watt mit 430 Lumen, 60 Watt mit 730 Lumen, 100 Watt mit 1380 Lumen.

Oliver Vogt

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