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Ladenhüter an der Zapfsäule: Kaum einer tankt Biosprit E 10

Lübeck/Kiel Ladenhüter an der Zapfsäule: Kaum einer tankt Biosprit E 10

Die bundesdeutschen Autofahrer wollen ihn einfach nicht: Der Biosprit E10 wird immer mehr zum Ladenhüter. Der Anteil am Benzinabsatz ist mit 12,9 Prozent im ersten Halbjahr beinahe so gering wie zur umstrittenen Einführung von E10 vor fünf Jahren (10,1). Jetzt sprechen sich der Kieler Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und ein Automobilclub für die Abschaffung aus.

Eine Tankstelle in Lübeck.

Quelle: Neelsen

Lübeck/Kiel. „E10 ist eine fragwürdige Form des Freikaufens. Statt weniger zu verbrauchen, kommen Lebensmittel in den Tank“, kritisiert Minister Habeck. „Das sollten wir nicht mehr machen.“ Bioethanol wird unter anderem aus Getreide, Zuckerrüben und Mais hergestellt. Die Beimischung von Bioethanol in fossilen Ottokraftstoff dient der Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Biokraftstoff-Quote. Habeck: „Wir brauchen eine Verkehrswende. Die Mobilität der Zukunft wird elektrisch und sparsam sein.“

REPORTAGE: Nachts an der Tankstelle

Die Umwelteffekte von Agrokraftstoffen, damit auch von E10, seien umstritten, heißt es beim ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der Sprit schneide zwar „auf dem Papier“ richtig gut ab. In der Realität sei es aber so, dass für die Gewinnung von Bioethanol großflächig Mais angebaut wird, zulasten anderer landwirtschaftlicher Produkte, gibt VCD-Sprecherin Anja Smetanin zu bedenken. „Das heißt, wir könnten eigentlich auf E10 verzichten.“ „Teller oder Tank“, lautet eine Kampagne von Greenpeace. Ein Hektar Getreide reiche, um ein Jahr lang entweder 33 Menschen zu ernähren oder zwei Autos mit durchschnittlichem Verbrauch und durchschnittlicher Kilometerleistung zu betanken, wirbt die Umweltorganisation für eine Abkehr vom Ladenhüter E 10.

„Dieser Sprit hat sich als Flop entpuppt. Nicht einmal der Preisvorteil hat ausgereicht, um ihn zu etablieren“, berichtet Rainer Wiek, Chef des Energieinformationsdienstes (EID) in Hamburg. Wiek glaubt dennoch nicht daran, dass E10 mittelfristig vom Markt verschwindet. E10 werde gebraucht, um die von der EU geforderten Treibhausquoten hinzukriegen, solange die Bundesbürger einen Bogen um Elektroautos machen. Das unterstreichen Shell und Aral auf Anfrage. „E10 ist für uns eine Option, die Bioquote zu erfüllen. Wir haben kein Interesse daran, die Zahl der Optionen zu reduzieren“, erklärt Shell-Sprecherin Cornelia Wolber.

Fachleute verweisen darauf, dass Fahrzeuge mit Biosprit einen höheren Verbrauch hätten als mit dem herkömmlichen Superbenzin E5. Der Preisvorteil von zwei Cent je Liter werde damit aufgefressen. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) erklärt, dass Biokomponenten – Biodiesel und Ethanol – in der Herstellung deutlich teurer sind als herkömmliche Kraftstoffe.  Curd Tönnemann

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