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Wirtschaft im Norden Landwirten fehlt Saatgut
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22:14 28.09.2017
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Güstrow/Rendsburg

Ein Grund sei die verspätete Ernte in diesem Sommer. „Weil die Ernte erst Anfang des Monats unter Dach und Fach war, gut zehn Tage später als im langjährigen Mittel, hinken wir hinterher“, sagt der Geschäftsführer der Nordkorn-Saaten GmbH in Güstrow, Andreas Prellwitz. Zudem sei der Anteil der kleinen Körner, die nicht keimfähig seien, mit 25 Prozent wesentlich größer als in den vergangenen Jahren (fünf Prozent).

Auch in Schleswig-Holstein können nach Angaben des Landesbauernverbands einzelne Sorten, die aktuell in den Sortenversuchen gut abgeschnitten hätten, ausverkauft sein. „Dann besteht aber für die Landwirte die Möglichkeit, auf andere Sorten auszuweichen“, sagt Sprecherin Kirsten Hess. Eine generelle Knappheit an Winterweizen-Saatgut gebe es im Land aber nicht. Das bestätigt auch Isa-Maria Kuhn, Sprecherin der Landwirtschaftskammer SchleswigHolstein. Es sei aber witterungs- und damit erntebedingt durchaus hier und dort möglich, dass nicht jeder Landwirt seine Wunschsorte bekomme.

Mit 185100 Hektar ist Winterweizen auch in diesem Jahr die flächenstärkste Getreideart in Schleswig-Holstein. Der Ertrag lag laut Landwirtschaftskammer bei 9,3 Tonnen pro Hektar und damit über dem Vorjahresniveau und dem mehrjährigen Durchschnitt.

In Mecklenburg-Vorpommern verzögert sich auch die notwendige Zertifizierung durch die Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut in Rostock. „Weil die Partien in diesem Jahr qualitativ höchst unterschiedlich sind, können wir unseren bewährten Schnelltest für die Zertifizierung nicht anwenden“, sagt die zuständige Dezernentin Sybille Wegner. Daher dauere alles doppelt so lange. Wegen der vielen Niederschläge im August habe sich im Getreide zudem ein Pilz breit gemacht. Dessen Bekämpfung erfordere eine spezielle Behandlung und wiederum zusätzliche Zeit.

 jd

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