Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Lebensmittelscanner für die Hosentasche
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Lebensmittelscanner für die Hosentasche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 24.02.2016
Anzeige

 

 

Die Klopfmethode dürfte nicht mehr nötig sein, wenn die Firma Consumer Physics ihren Spectrometer Scio auf den Markt bringt. Mit dem kleinen Gerät lassen sich flüssige und feste Stoffe analysieren: Kunststoff, Gold, Leder, Tabletten, der Mensch, aber auch Gemüse und Obst. Anstatt also im Supermarkt auf eine Melone zu klopfen und zu hören, ob sie hohl klingt, könnte der Verbraucher Scio auf die Frucht halten - dann wüsste er, ob sie reif ist, erklärt ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona.

 

Der Konzern aus Bonn ist Geschäftspartner der israelischen Firma. Auf dem MWC demonstriert er, wie das Produkt des Start-ups funktioniert - zum Beispiel an einer Tomate. Dafür hält der Telekom-Mitarbeiter das Spectrometer an das rote Gemüse, eine Lampe leuchtet auf, und ein Sensor misst das Lichtspektrum, das die Tomate reflektiert. Die Messdaten sendet Scio über ein Smartphone an einen Server, der die Informationen mit seiner Datenbank abgleicht. Das Ergebnis erscheint kurz darauf auf dem Smartphone, und der Benutzer weiß, was da vor ihm liegt.

 

Im Fall der Tomate sind es - hochgerechnet für 100 Gramm: „3,5 Prozent Kohlenhydrate, 20 Kalorien, 94,4 Prozent Wasser.“ In einem Glas Limonade misst Scio einen Zuckeranteil von etwa zwölf Prozent. Und in 100 Gramm Käse findet er 21 Gramm Fett, 43 Gramm Wasser sowie 32 Gramm Eiweiß. Außerdem erfährt der Benutzer, dass die 320 Kalorien in diesem Stück Käse 16 Prozent des empfohlen Tagesbedarfs abdecken. Für jemanden, der auf seine Ernährung achtet, ist das eine nützliche Information.

 

Während er heute schon recht genau messen kann, wie viele Kalorien er am Tag verbraucht, kann er mit nur schätzen, mit Hilfe von Nährwerttabellen und den Angaben auf den Lebensmittelverpackungen, wie viele er zu sich nimmt. Scio könnte deshalb Schrittzähler und Fitnesstracker ergänzen, zumal sich mit dem Spectrometer auch der Körperfettanteil des Nutzers messen lässt. Das sei aber nur ein mögliches Anwendungsszenario, über das nachgedacht werde, sagt der Telekom-Mitarbeiter auf dem MWC. Ein anderes: die Suche nach Plagiaten. 

 

Zum Beweis legt er eine Tablette unter den Hosentaschen-Spektrometer. Kurz darauf zeigt die App, dass ein Schmerzmittel vor ihm liegt. Wäre die Tablette ein Placebo, hätte Scio sie erkannt, versichert der Mitarbeiter. Dasselbe gelte für Produktfälschungen, die angeblich aus Gold oder Leder hergestellt worden sind. Voraussetzung sei nur, dass die erforderlichen Informationen über einen Stoff in der Datenbank hinterlegt seien. Und der Nutzer muss ein halbwegs aktuelles Smartphone besitzen. Außerdem befindet sich der Hosentaschen-Spectrometer noch in der Testphase. Für 250 Dollar kann er aber schon im Onlineshop des Herstellers vorbestellt werden.

Von Markus Werning 

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die weltweite Zahl der Nutzer von Carsharing-Angeboten versechsfacht sich einer Schätzung zufolge bis zum Jahr 2021. In fünf Jahren bringen demnach 35 Millionen Teilnehmer der Branche Umsätze von 4,7 Milliarden Euro jährlich ein. Das ergab eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). Zwei Millionen Nutzer sehen die Experten dann in Deutschland.

24.02.2016

Seit den 1970er Jahren gilt Norwegen in der Vorstellung vieler Menschen als ein Land, in dem unablässig Öl fließt — und damit jede Menge Geld in die Kassen des Staates. Die Rohstoff-Industrie macht hier ein Fünftel der Wirtschaftsleistung aus. Mehr als 200 000 Arbeitsplätze hängen an der Branche. Doch seit dem Absturz der Ölpreise ist nichts mehr wie vorher.

24.02.2016

In der deutschen Wirtschaft wächst die Furcht vor einer Konjunkturabkühlung. Im Februar gab der Ifo-Geschäftsklimaindex zum dritten Mal in Folge nach, von 107,3 Punkten im Januar auf 105,7 Punkte, teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung gestern mit.

24.02.2016
Anzeige