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Leitzins bleibt auf Rekordtief – und nun?

Leitzins bleibt auf Rekordtief – und nun?

Schwere Zeiten für Sparer gehen weiter – EZB tastet null Prozent nicht an – Die wichtigsten Antworten zum Thema.

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Die Europäische Zentralbank bleibt bei ihrem derzeitigen Kurs.

Quelle: Boris Roeßler/dpa

Frankfurt am Main Alles bleibt beim Alten: Die Europäische Zentralbank (EZB) verharrt bei ihrer Nullzinspolitik. Notenbank-Präsident Mario Draghi ist überzeugt: „Unser laufendes Programm wirkt, und wir konzentrieren uns darauf, es umzusetzen.“

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Schwere Zeiten für Sparer gehen weiter – EZB tastet null Prozent nicht an – Die wichtigsten Antworten zum Thema.

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Was hat die Notenbank bisher getan?

Die EZB hat ihre Geldpolitik extrem gelockert. Den Leitzins senkte sie stetig, zuletzt im März auf das Rekordtief von null Prozent. Zudem verlangt sie inzwischen 0,4 Prozent Strafzinsen von Banken, wenn diese Geld bei der Notenbank parken. Das soll die Institute zwingen, mehr Kredite an Firmen und Verbraucher zu vergeben. Um die Belastung für Banken zu dämpfen, gewährt die EZB ihnen besonders günstige Langfristkredite. Zudem kauft die Notenbank seit März 2015 Staatsanleihen und andere Wertpapiere in gigantischem Umfang: Im März wurde das Programm verlängert, aufgestockt und auf Unternehmenspapiere ausgedehnt. Die Notenbank kauft nun jeden Monat für 80 Milliarden Euro Anleihen. Bis März 2017 sollen so 1,74 Billionen Euro in den Markt gepumpt werden.

Löst dies das Dilemma?

Nein, sagen Kritiker. Ex-Bundesbank-Präsident Axel Weber sieht die Geldpolitik nach Jahren extrem niedriger Zinsen an der Grenze ihrer Wirksamkeit. „Der Zinskanal ist verstopft.“

War das alles umsonst?

Nicht nur. Ihr Hauptziel, die Inflation in Richtung der Zielmarke von 2,0 Prozent zu treiben, verfehlt die EZB zwar bisher. Sie hält sich jedoch zugute, eine Deflation in der Eurozone verhindert zu haben.

Was sind Nebenwirkungen des billigen Geldes?

Die Niedrigzinsen haben zwar Kredite für Verbraucher wie Immobiliendarlehen historisch günstig gemacht. Doch zugleich bekommen Sparer kaum noch Zinsen für Bankeinlagen. Bei einzelnen Geldhäusern zahlen besonders vermögende Privatkunden sogar drauf, wenn sie Geld aufs Konto legen. Viele Banken erhöhen zudem ihre Gebühren – zum Beispiel für Überweisungen, Bankkarten oder Kontoführung. „Ich erwarte, dass es in einigen Jahren praktisch nirgendwo mehr kostenlose Girokonten geben wird“, sagte kürzlich Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon. Versicherer und Pensionsfonds können Gelder kaum noch rentierlich anlegen.

Wann steigen die Zinsen wieder?

Experten wie der Präsident der Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, richten sich auf eine lange Durststrecke ein. Wie schwer sich Notenbanken mit Zinserhöhungen tun, zeigt das Beispiel der US-Zentralbank Fed. Sie hatte die Finanzmärkte lange auf ein Ende des billigen Geldes vorbereitet. Doch seit vergangenem Dezember hat sie erst einmal die Zinsen angehoben – obwohl die US-Wirtschaft solide wächst. Wegen der schwachen Konjunktur im Euroraum liegen Zinserhöhungen der EZB nach allgemeiner Einschätzung in weiter Ferne.

Was kann die Europäische Zentralbank noch tun?

Als wahrscheinlichste Option gilt, dass die Notenbank ihre Anleihenkäufe über März 2017 hinaus verlängern wird – etwa mit Verweis auf neue Risiken für die Wirtschaft nach dem Brexit-Votum in Großbritannien. Nach dem Nein der Briten zur Europäischen Union hatte Draghi die Entschlossenheit der Währungshüter bekräftigt, notfalls nachzulegen.

LN

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