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Lieferstopp bei Volkswagen: 28000 Mitarbeiter betroffen

Wolfsburg Lieferstopp bei Volkswagen: 28000 Mitarbeiter betroffen

Der Zulieferer-Streit hat inzwischen auch Folgen für andere Firmen. Die Bundesregierung drängt auf eine schnelle Einigung.

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Fabrikneue VW Golf und Passat stehen auf Transportzügen: Jetzt steht die Produktion still.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Wolfsburg. Der beispiellose Konflikt von Volkswagen mit zwei wichtigen Zulieferern erreicht immer neue Dimensionen. Bei VW stehen angesichts eines Lieferstopps viele Bänder still, bislang sind 28000 VW-Mitarbeiter betroffen. Die Zulieferer-Branche befürchtet Auswirkungen auch auf andere Lieferanten. VW und die Lieferanten bemühten sich gestern um eine Einigung. Ergebnisse gab es bis Redaktionsschluss noch nicht.

Die Zulieferer ES Automobilguss und Car Trim, die zur Unternehmensgruppe Prevent gehören, beliefern VW derzeit nicht mit benötigten Getriebeteilen und Sitzbezügen. Zwischen den Firmen und VW tobt ein Streit um die Kündigung von Aufträgen. Die Hintergründe sind unklar. Der Lieferstopp wirbelt große Teile der Produktion bei VW durcheinander. Allen voran steht die Golf-Produktion im Stammwerk Wolfsburg still. Der Autobauer teilte mit, insgesamt fast 28000 Mitarbeiter in den Werken Wolfsburg, Emden, Zwickau, Kassel, Salzgitter und Braunschweig könnten noch bis Ende August nicht wie geplant arbeiten. Der Autobauer sprach von „Flexibilisierungsmaßnahmen bis hin zu Kurzarbeit“.

Nach Branchenangaben stehen hinter der Golf-Produktion rund 500 Lieferanten, die nun zunehmend in Schwierigkeiten geraten. Wegen der Montage-Engpässe bei VW könnten sie ihre Teile nicht ausliefern und müssten Bestände aufbauen. „Die Folgewirkungen für die gesamte Wertschöpfungskette sind schon heute beträchtlich“, sagte Christoph Feldmann vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik. Auch Volker Schmidt vom Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall sieht die Entwicklung mit Sorge. „Spätestens jetzt droht die Situation voll auf die Zuliefererketten durchzuschlagen“, warnte er. Aus dem Feuer dürfe kein Flächenbrand werden. Auch das Bundeswirtschaftsministerium dringt auf eine rasche Lösung, sagte ein Sprecher.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh attackierte die beiden Zulieferer: „Nach unserer Auffassung liegt die Verantwortung eindeutig beim Zulieferer“, sagte er. Die beteiligten Zulieferer dagegen argumentieren, VW zwinge sie zu dem Lieferstopp, da der Autobauer „frist- und grundlos“ Aufträge gekündigt habe und einen finanziellen Ausgleich dafür ablehne. Der Lieferstopp geschehe zum Selbstschutz und im Kampf für die Zukunft der eigenen Mitarbeiter.

Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin prüft, ob der Konzern die Öffentlichkeit früher über die Probleme hätte informieren müssen.

Neben VW streitet auch Daimler mit der Zulieferer-Gruppe Prevent vor Gericht. Vor dem Landgericht Braunschweig wolle der Lieferant 40 Millionen Euro Schadenersatz erstreiten, sagte ein Sprecher des Gerichts. Prevent sehe Verträge von Daimler als nicht erfüllt an.

Wie funktioniert Kurzarbeit?

Bei Kurzarbeit wird die Arbeitszeit aufgrund wirtschaftlicher Ursachen oder eines unabwendbaren Ereignisses vorübergehend verkürzt. Dadurch entgeht den Angestellten Lohn, der ihnen von der Bundesagentur für Arbeit teilweise ersetzt wird. So will der Gesetzgeber verhindern, dass Arbeitnehmern in schwierigen Phasen sofort die Entlassung droht. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Mindestens ein Drittel der Beschäftigten ist betroffen, und den Betroffenen gehen durch die verkürzte Arbeitszeit mindestens zehn Prozent vom Bruttolohn verloren. Treffen diese Voraussetzungen zu, zahlt die Arbeitsagentur den Mitarbeitern 60 bis 67 Prozent vom entgangenen Nettolohn.

LN

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