Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 14 ° Regen

Navigation:
Lkw-Fahrverbot wird gelockert

Lübeck Lkw-Fahrverbot wird gelockert

Neuer Erlass: Für Touren von und zu den Seehäfen Lübeck und Kiel soll es Ausnahmegenehmigungen geben – Tourismusbranche fürchtet noch vollere Straßen am Wochenende und fordert eine Testphase.

Voriger Artikel
Die Regierung auf dem Abgas-Prüfstand
Nächster Artikel
Diebe stehlen am liebsten Hornhauthobel

Am Skandinavienkai in Travemünde rollen die Lastwagen auf die Fähren. Der Lübecker Hafen ist die Nummer vier unter den europäischen RoRo-Häfen.

Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

Lübeck. Freie Fahrt für die Seehafen-Verkehre: Das Sonntagsfahrverbot für Lkw im Norden wird gelockert. Das teilte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) gestern in Travemünde mit. Die neue Regelung sieht vor, dass Transporte, die am Sonnabendabend oder am Sonntag mit einer Fähre eintreffen, künftig eine sofortige Weiterfahrt genehmigt bekommen können. Gleiches soll für Lastwagen gelten, die umgekehrt am Sonntag eine Fähre in Schleswig-Holstein erreichen wollen. Ähnlich wird bereits in Mecklenburg-Vorpommern verfahren.

LN-Bild

Neuer Erlass: Für Touren von und zu den Seehäfen Lübeck und Kiel soll es Ausnahmegenehmigungen geben – Tourismusbranche fürchtet noch vollere Straßen am Wochenende und fordert eine Testphase.

Zur Bildergalerie

Für die Speditionen werde es damit leichter, wichtige Zentren wie Rhein-Main, Stuttgart oder München termingerecht zu erreichen, erklärte Peter Boyens, Präsident des Unternehmensverbandes Logistik (UVL). Zugleich werde der kombinierte Verkehr gefördert. „Auf der Straße geht nicht mehr alles.“ Die Neuregelung komme der Logistikbranche maximal entgegen, ohne das Sonntagsfahrverbot auszuhebeln, betonte Meyer. „Damit haben wir eine unbürokratische und faire Regelung im Sinne aller Beteiligten gefunden.“ Mehr als ein Jahr hatten die Gespräche zwischen Land und Logistikwirtschaft gedauert. Der neue Erlass soll sofort in Kraft treten.

Danach dürfen Lastwagen, die an einem Sonnabend per Schiff in Schleswig-Holstein ankommen, unabhängig von ihrer Ladung auch nach Mitternacht durch Deutschland fahren, wenn ihre Fracht am Bestimmungsort dringend benötigt wird und keine alternative Transportmöglichkeit besteht. Bisher galt das bereits für Transporte mit verderblichen Lebensmitteln sowie lebenden Tieren und Pflanzen.

Alle übrigen Lkw mussten von 0 Uhr bis Sonntag 22 Uhr ruhen. Viele warteten in den Fährhäfen bis zum späten Abend.

„Die Zu- und Abläufe auf der Straße sind für uns von hoher Bedeutung“, erklärte Sebastian Jürgens, Chef der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG). Lübeck ist die Nummer vier unter den europäischen RoRo-Häfen. „Hier werden 24 Stunden, sieben Tage die Woche Einheiten abgewickelt.“

Unklar ist allerdings, wie sich die Neuregelung auf den Verkehr am Sonntag auswirken wird. Auf den Autobahnen könnte es vor allem in den frühen Morgenstunden voller werden. Einige Logistik-Experten in Schleswig-Holstein gehen davon aus, dass etwa 300 Lkw künftig früher starten. „Es wird nicht ein Lkw mehr auf der Straße sein“, betonte Boyens. Die Infrastruktur werde lediglich besser ausgenutzt.

„Wir nehmen die Nachtstunden mit hinein.“ Der Verkehr werde sich entzerren, da Lkw jetzt eher am Sonnabend starten, so Minister Meyer. Nach groben Schätzungen kommen 1000 bis 1500 Trailer am Wochenende in Schleswig-Holstein an.

Die Tourismusbranche sieht die Änderung mit gemischten Gefühlen. „Das Thema ist schon ernst zu nehmen“, sagte Jörn Klimant, Vorsitzender des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein. Denn die Anreisesituation sei schon jetzt kritisch – vor allem in den Sommermonaten. Er plädiert für eine zweijährige Probephase, in der Erfahrungen gesammelt werden können. Vielleicht müsse man mit den Ausnahmegenehmigungen im Juli und August anders umgehen als in den übrigen Monaten. „Uns fehlen die Erfahrungswerte.“

„Das muss man sich genau ansehen“, meint auch André Rosinski, Geschäftsführer der Tourismus- Agentur Lübecker Bucht. Die Verkehrssituation rund um die Lübecker Bucht sei schwierig. „Jede weitere Einschränkung ist als problematisch zu bewerten.“ Joachim Nitz, Tourismusdirektor in Timmendorfer Strand, bezeichnete die Neuregelung als „nicht hilfreich“. Der Sonntag sei stark von Ausflugsverkehr geprägt. Die Baustellen auf den Autobahnen verschärften die Lage noch zusätzlich. Auch er sprach sich für eine Testphase aus.

Gelassen reagierte indes Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff. „Ich denke, die Lastwagen gehen im allgemeinen Verkehr unter“, sagte er.

Regelung in der Reisezeit

Für Lkw gilt in Deutschland ganzjährig ein Sonn- und Feiertagsfahrverbot zwischen 0 und 22 Uhr. Zusätzlich ist der schwere Lkw-Verkehr auch in den Sommermonaten eingeschränkt. So dürfen Lastwagen in der Ferienreisezeit vom 1. Juli bis 31. August auch sonnabends von 7 bis 20 Uhr auf bestimmten Strecken nicht fahren. Betroffen davon sind vor allem die Autobahnen und einige Bundesstraßen. In Schleswig-Holstein ist als Verbotsstrecke lediglich die A 7 zwischen Schleswig/Jagel und Hamburg-Schnelsen-Nord aufgelistet. Ausnahmen davon sind möglich, etwa bei der Beförderung von frischen Milcherzeugnissen.

Julia Paulat

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Norden
DAX
Chart
DAX 12.247,00 +0,31%
TecDAX 2.268,25 +0,45%
EUR/USD 1,1651 +0,12%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. BÖRSE 92,85 +1,47%
DT. BANK 16,17 +0,85%
Henkel VZ 119,22 +0,81%
LINDE 169,73 -0,32%
E.ON 8,32 -0,29%
MERCK 98,48 -0,17%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 119,36%
Allianz Global Inv AF 106,61%
Crocodile Capital MF 102,99%
NORDINTERNET AF 89,30%
Polar Capital Fund AF 88,54%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.