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Lloyd Werft: Neues Schiffbaukapitel an Weser und Ostsee

Bremerhaven Lloyd Werft: Neues Schiffbaukapitel an Weser und Ostsee

Die Lloyd Werft Gruppe will neben der Papenburger Meyer Werft Deutschlands zweitgrößter Kreuzfahrtschiffbauer werden. Die Firmenstruktur steht und es gibt Aufträge. Jetzt muss gebaut werden.

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Die Lloyd-Werft in Bremerhaven (Bremen) am 14.05.2015 aus der Luft gesehen. Auf der Lloyd Werft in Bremerhaven wird am 09.05.2016 ein neues Design-Center eröffnet.

Quelle: Ingo Wagner/dpa

Bremerhaven. Milliarden-Aufträge, sichere Arbeitsplätze, neue Jobs - die malaysische Genting-Gruppe ist mit großen Ansagen und auch mit Taten ins deutsche Schiffbaugeschäft eingestiegen. Das Fundament ist mit dem Kauf der Lloyd Werft Bremerhaven sowie den Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund gelegt. Alle vier bilden die Lloyd Werft Gruppe. Am Montag wurde am Stammsitz Bremerhaven ein neues Design-Center eröffnet, das künftig auf 6000 Quadratmetern Platz für mindestens 250 Konstrukteure bietet. Derzeit sind es nur rund 90. Bis Ende des Jahres sollen es schon 160 sein.

„Es wird ein neues Kapitel im Buch der Schiffbaugeschichte in Bremerhaven und in Mecklenburg-Vorpommern geschrieben“, sagte der Vorstandssprecher der Lloyd Werft, Rüdiger Pallentin, und nannte auch den „Autor“ dieses Kapitels: Tan Sri Lim Kok Thay. Er ist Vorstandschef von „Genting Hong Kong“ und wird am Dienstag in Wismar zehn Neubauaufträge unterzeichnen. Dem Vernehmen nach geht es um sechs Flusskreuzfahrtschiffe, eine Megayacht und drei Ozean-Kreuzliner.

Die Sicherheit für die teils schon verkündeten Aufträge ist relativ hoch, denn die Schiffe werden für Genting-Reedereien gebaut. Dazu gehören Crystal Cruises, Dream Cruises, Star Cruises und Crystal River Cruises. Schon am Montag sollte der Stahlschnitt für vier Flusskreuzfahrtschiffe beginnen, die bereits 2017 abgeliefert werden sollen. Genting-Manager Hui Lim sprach von Tausenden neuen Jobs in den nächsten Jahren.

Mit Blick auf die Meyer Werft betonte Tan Sri Lim, dass Genting eine sehr gute und jahrelange Beziehung zu der Papenburger Werft habe. „Bernard Meyer ist ein guter Freund.“ Derzeit gebe es für alle genug Arbeit in dem Geschäft, die die Meyer Werft nicht alleine bewältigen könne. „Das war einer der Gründe für unseren Einstieg in den Schiffbau“, so Tan Sri Lim. Die Auftragsbücher bei Meyer seien bis 2024/2025 voll. „Das war einfach zu lang für uns.“

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Uwe Beckmeyer (SPD), sprach von einem guten Tag für den Schiffbau an Weser und Ostsee. Die Werften hätten einen guten Ruf. Der Kreuzfahrtmarkt wachse und verspreche auch in den kommenden Jahre gute Renditen. Das Konzept von Genting sei stimmig, so der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft.

Das neue Design-Centrum soll in der Gruppe als „kreatives Zentrum“ fungieren. Dort entstehen die Ideen für die Schiffe, Konzeptionierung und Entwurf. „Das geht dann in die drei Standorte Wismar, Warnemünde und Stralsund“, so Pallentin. Je nach Größe der Schiffe kommen sie dann zur Endausstattung nach Bremerhaven. Die Zeichner jedenfalls werden genug Arbeit haben, denn für ein großes Kreuzfahrtschiff werden Zehntausende Zeichnungen gebraucht.

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