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Lübecker Steinmetz-Azubi wirbt für Nachwuchs im Handwerk

Selmsdorf Lübecker Steinmetz-Azubi wirbt für Nachwuchs im Handwerk

Benyamin Ahmadi (23) ist das Gesicht einer deutschlandweiten Plakat-Kampagne.

Selmsdorf. Wenn Benyamin Ahmadi heute durch Lübeck läuft, dann könnte es sein, dass er sich selbst begegnet. „Das wird ein komischer Moment sein“, sagt der 23-Jährige und lächelt schüchtern. Der junge Mann ist das Aushängeschild einer neuen Werbekampagne des Handwerks. Er ziert ab heute Busse, Litfaßsäulen, Infoscreens und Plakatwände. Insgesamt fünf Auszubildende wurden bundesweit ausgewählt, auf rund 6500 Großplakatstellen sind sie zu sehen. „Wir wollen mit den Plakaten um Nachwuchs werben“, erzählt Andreas Katschke, Hautpgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck. Allein in der Hansestadt sind über 200 Lehrstellen im Handwerk frei.

Dass ausgerechnet der angehende Steinmetz auf Plakaten in ganz Deutschland zu sehen ist, hat sein Chef eingefädelt. „Die Geschichte von Herrn Ahmadi ist ganz besonders. Sie macht vielen Menschen Mut“, sagt Stefan Wolf, Inhaber des Lübecker Natursteinwerks Rechtglaub-Wolf, im Fertigungswerk in Selmsdorf. Die Geschichte von Benyamin Ahmadi beginnt im Iran. Dort ist der junge Mann aufgewachsen, schon sein Großvater war Steinmetz. Mit 17 Jahren musste er flüchten und kam nach Deutschland. Ahmadi lernte Deutsch, machte seinen Realschulabschluss und wollte arbeiten. „Aber dass eine Ausbildung drei Jahre geht, das habe ich nicht gewusst“, sagt er, „ich dachte erst, die machen Quatsch bei der Agentur für Arbeit.“ Wenn es nach dem Willen der Betreuer gegangen wäre, wäre Ahmadi Fliesenleger oder Elektriker geworden. Doch sein Herz schlägt für Steine. Eigenständig suchte er nach einer Stelle und fand die Anzeige des Natursteinwerks. „Der Platz war zwar schon vergeben, aber wir waren so überzeugt, dass wir einen zweiten Auszubildenden eingestellt haben“, erzählt Wolf. Seitdem arbeitet der angehende Steinmetz in dem Familienbetrieb. Für die Kampagne wurde Ahmadi an seinem Arbeitsplatz von einem professionellen Fotografen abgelichtet. „Über sechs Stunden musste ich vor der Kamera stehen. Am Ende konnte ich nicht mehr“, sagt er lachend. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: In cooler Pose lehnt er sich auf dem Bild an einen Naturstein.

Seinen Freunden hat der 23-Jährige übrigens nichts von dem Modeljob erzählt: „Die sollen sich mal überraschen lassen, wenn sie mich plötzlich auf der Straße sehen.“ Und auch im Internet wird Ahmadi schon bald präsent sein. Nicht nur sein Chef will auf allen Social-Media-Kanälen auf seinen Mitarbeiter hinweisen, auch das Handwerk ist online aktiv. Auf Facebook, Instagram und auf der Internetplattform der Jugendzeitschrift Bravo läuft beispielsweise Werbung.

Maike Wegner

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