Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Lübecker will Burger-Markt aufmischen

Lübeck Lübecker will Burger-Markt aufmischen

Dicke Luft bei „Hans im Glück“: Die Edelburger-Kette und ihr Franchisenehmer Patrick Junge gehen getrennte Wege.

„Hans im Glück“ in der Breiten Straße in Lübeck: Bald trägt das Restaurant einen neuen Namen.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Lübeck. Bei der Münchener Burger-Kette „Hans im Glück“ mit bisher bundesweit 44 Filialen führt ein handfester Streit jetzt zur Trennung des Unternehmens und seines größten Franchisenehmers, der Lübecker Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH von Patrick Junge, dem ehemaligen Chef der Kette „Stadtbäckerei Junge“. Paniceus Gastro führt insgesamt zwölf „Hans im Glück“-Restaurants im Norden, neben dem in Lübeck auch Filialen in Hamburg, Bremen, Berlin, Potsdam und Flensburg. Damit ist jetzt Schluss, nachdem Junge außerordentlich gekündigt habe, wie sein Sprecher Peter Dietlmaier den LN erklärte.

Über die Gründe der Trennung gibt es unterschiedliche Angaben. Die Unternehmensführung der „Hans im Glück Franchise GmbH“ in München erklärt, Gründer und Geschäftsführer Thomas Hirschberger habe sich „aufgrund zahlreicher Alleingänge und Abweichungen vom erfolgreichen Franchisekonzept durch Patrick Junge“ zur vorzeitigen Kündigung gezwungen gesehen. Eine Einigung mit Patrick Junge zur Übernahme seiner zwölf Burger-Grills habe nicht erzielt werden können.

In der Pressemitteilung von Paniceus Gastro heißt es, man habe „wegen ernsthafter und endgültiger Erfüllungsverweigerung des Franchise-Gebers“ zu Ende März gekündigt. Auf die Vorhaltungen der Münchener Zentrale wolle Paniceus Gastro nicht antworten. Man wolle sich „nicht am Klein-Klein beteiligen“, das entspreche nicht hanseatischer Unternehmenskultur.

Doch die „Hans im Glück“-Restaurants unter der Regie von Paniceus Gastro sollen ab 1. April allesamt unter anderem Namen weitergeführt werden — dabei würden alle Mitarbeiter übernommen und alle Verträge mit Vermietern und Lieferanten weiter wie gewohnt erfüllt. „Das neue Konzept wird Mitte Februar vorgestellt“, kündigte Dietlmaier an. Und: Bei diesen zwölf Filialen soll es nicht bleiben.

Noch in diesem Jahr sollen fünf neue hinzukommen, die meisten davon ebenfalls im Norden. „Wir wollen zunächst unser Angebot im Norden verdichten, haben aber durchaus auch eine Expansion in erstklassige Lagen im ganzen Bundesgebiet im Auge“.

Das Lübecker Unternehmen steuert aus seiner Zentrale mit 20 Mitarbeitern die bisher zwölf Restaurants in Lübeck, Hamburg (2), Berlin (3), Bremen, Flensburg, Oldenburg, Osnabrück, Potsdam und Binz auf Rügen. Die Filialen würden voraussichtlich Anfang März „einige wenige Wochen“ wegen Umbaus geschlossen und dann unter neuem Namen und mit neuem Aussehen fortgeführt. „Unsere Gäste können sich auf eine reichhaltige Karte mit vielen Burger-Kreationen in absoluter Spitzenqualität freuen“, kündigte Patrick Junge in seiner Pressemitteilung an.

Doch Junge bekommt Konkurrenz seiner bisherigen Franchise-Geber. Auch die Münchener „Hans im Glück Franchise GmbH“ erklärt nämlich, sie werde die Expansion „deutschlandweit, auch in Norddeutschland, vorantreiben“. Es lägen bereits einige Anfragen dazu vor, die man jetzt prüfe.

Das Geschäft mit den Edel-Burgern war und ist äußerst lukrativ. Thomas Hirschberger hatte 2010 sein erstes Burger-Lokal in München eröffnet. 2015 führte „Hans im Glück“ laut Süddeutscher Zeitung die Liste der erfolgreichsten Unternehmen der deutschen Gastro-Branche an, der Jahresumsatz habe bei 43,5 Millionen Euro gelegen. Doch mit Patrick Junges Paniceus Gastro Systemzentrale verlieren die Münchener nun gleich zwölf Restaurants in besten Lagen.

Dass selbstgemachte Burger immer beliebter werden, sagt auch Leonard Stebisch, der im Juli 2015 „Leo‘s Juice & Burger“ in der Lübecker Mühlenstraße eröffnete. „Die Kunden rennen mir die Tür ein“, sagt er zufrieden. Stebisch arbeitet mit einem Lübecker Bäcker, der ihn frisch beliefert, bezieht sein Fleisch aus einer Landschlachterei. „Das ist ein anderes Geschmackserlebnis.“ Junges Trennung von „Hans im Glück“ kann er gut verstehen. „Das ist der richtige Weg.“ Und Konkurrenz belebe das Geschäft.

Konkurrenz für McDonald‘s und Burger King

Burger, die flachen Rindfleisch-Scheiben zwischen zwei Brötchenhälften, galten lange Zeit als Inbegriff des Fast Food, und die US-Ketten wie McDonald‘s und Burger King waren über viele Jahre die einzigen, die deutschen Kunden Burger in ihren Schnell-Restaurants angeboten haben. Zuletzt verloren sie aber stetig an Umsatz.

Die Burgergrill-Kette „Hans im Glück“ wurde im Jahr 2010 von Thomas Hirschberger in München gegründet und wuchs rasch. Markenzeichen sind die vielen dünnen Birkenstämme, zwischen denen die Gäste am Tisch sitzen. Alle „Hans im Glück“-Restaurants sollen die gleiche Ausstattung und die gleiche Speisekarte bieten.

Beim Franchising stellt ein Franchise- Geber einem Franchise-Nehmer die Nutzung eines Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung. Der Franchise-Nehmer verkauft seine Erzeugnisse oder seine Dienstleistungen rechtlich selbstständig, zahlt dafür Gebühren für die Verwendung einheitlicher Ausstattung, Namen und Auftreten.

Christian Risch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 10.158,50 +0,11%
TecDAX 1.676,50 +0,09%
EUR/USD 1,0976 -0,44%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 15,31 +1,14%
MERCK 97,14 +0,96%
Henkel VZ 109,49 +0,95%
LUFTHANSA 10,30 -1,15%
BMW ST 75,18 -0,44%
THYSSENKRUPP 19,42 -0,44%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 207,74%
Stabilitas PACIFIC AF 159,91%
Bakersteel Global AF 150,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 117,49%
Crocodile Capital MF 115,75%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.