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Wirtschaft im Norden Malaysia strebt nach Werften-Übernahme weitere Kooperationen an
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14:28 28.09.2016
Malaysias Premierminister Najib Razak (l) wird am 28.09.2016 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) vom Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD, r), vor der Staatskanzlei begrüßt. Grund für die Visite ist das Engagement der malaysischen Genting-Gruppe im deutschen Schiffbau. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Schwerin/Wismar

Malaysias Premierminister Najib Razak betrachtet das Engagement der Genting-Gruppe im Schiffbau Mecklenburg- Vorpommerns als Startschuss für wirtschaftliche Kooperationen auch auf anderen Gebieten. Bei seinem Treffen mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) habe es auch Gespräche über die Nutzung erneuerbarer Energien, den Tourismus sowie die Gesundheitswirtschaft und die Möglichkeit für Investitionen dort gegeben, sagte der malaysische Regierungschef am Mittwoch in Schwerin. Sellering zeigte sich nach der knapp einstündingen Unterredung in der Staatskanzlei erfreut über die Bereitschaft des fernöstlichen Landes zu mehr Partnerschaft.

Die Investitionen der malaysischen Genting-Gruppe in die Werften seien ein guter Beginn und gäben dem Schiffbau im Land Sicherheit. Der Besuch Razaks sei eine große Unterstützung für das Vorhaben. „Wir setzen auf die Genting-Gruppe. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das viele Arbeitsplätze schaffen wird und die Werftenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern gesunden lässt, mit allen Zulieferern dazu“, sagte Sellering. Er sei sich mit seinem Gast einig, dass die begonnene Zusammenarbeit von beiderseitigen Vorteil ist.

Razak, der erstmals zu Gast in Mecklenburg-Vorpommern war, erwartet nach eigenen Angaben höhere Investitionen in die drei Schiffbaubetreibe als die bislang zugesagten 375 Millionen Euro. „Ich kann mir vorstellen, dass es eine Milliarde oder mehr wird in den kommenden Jahren“, sagte er. Damit wachse die maritime Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Der Genting-Konzern, zu dem auch Reedereien gehören, werde mit dem Bau modernster Kreuzfahrtschiffe seine Position auf einem rasant wachsenden Markt ausbauen. Wegen der weltweit großen Nachfrage sei es schwer, neue Schiffe zu bekommen. Deshalb habe sich Genting entschlossen, selbst in den Schiffbau einzusteigen. „Genting plant den Bau der weltweit größten Kreuzfahrtschiffe“, hob Razak kurz vor dem Besuch der Wismarer Werft hervor.

Der Schiffbaubetrieb dort ist eine der drei früheren Nordic-Werften, die von Genting im April übernommen worden waren, und Verwaltungssitz der neu gegründeten MV Werften. Für zunächst 3,5 Milliarden Euro will der Konzern Passagierschiffe bauen lassen. Die Verträge dafür liegen nach Unternehmensangaben unterzeichnet vor. Mitte August begann in Wismar der Bau von zwei Flusskreuzfahrtschiffen.

Kurz vor dem Besuch des malaysischen Premierministers hatten die Besitzer der MV Werften angekündigt, an den drei Standorten in Wismar, Warnemünde und Stralsund in den kommenden Jahren weit mehr als 150 Millionen Euro investieren zu wollen. Diese Investitionen seien notwendig, um das geplante Schiffbauprogramm umzusetzen, hieß es. Dieses sehe den Bau von 23 Schiffen in den kommenden zehn Jahren vor, darunter Kreuzfahrtschiffe der sogenannten „Global Class“. Die Zahl der Mitarbeiter solle von heute 1500 auf mehr als 3000 steigen.

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