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Wirtschaft im Norden Marode A 20: Touristiker in Sorge
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18:10 16.12.2017
Tribsees

Mit Sorge schauen die Tourismusmanager im Osten Mecklenburg-Vorpommerns auf „das Loch“. Es ist mit zehn Metern Breite, 40 Metern Länge und durchschnittlich 2,50 Meter Tiefe wohl das größte und berühmteste Loch in der deutschen Autobahngeschichte und hat die A 20 bei Tribsees östlich von Rostock völlig zerstört. Die Befürchtung ist, dass sich Gäste von einem Besuch der Ostsee-Inseln Usedom oder Rügen abhalten lassen, falls größere Staus an der Umleitung entstehen.

„Das ist für die Branche eine komplizierte Situation“, sagt Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbands. Auch wenn die Gäste aus Berlin und Bundesländern wie Sachsen oder Thüringen wegen der Anreise über die A 11 nicht betroffen seien, so werde es vielleicht schwierig für Besucher aus dem Westen. Die Behinderungen treffen die Urlaubsbranche am Ende einer Saison, in der erstmals nach mehreren Jahren des stetigen Wachstums ein Minus zu verzeichnen ist. Den Managern war jüngst auf dem Tourismustag klar, dass daran nicht nur das schlechte Wetter schuld war. Es gibt auch strukturelle Defizite, die bearbeitet werden müssen.

Die Befürchtungen wegen der A 20 beziehen sich vor allem auf die Saison 2018. Für die anstehenden Feiertage sei vermutlich nicht mit langen Staus zu rechnen, sagt Woitendorf. Auch wenn Silvester immer viel los ist an den Küsten, gibt es doch die Hoffnung, dass sich wegen des vergleichsweise geringeren Verkehrsaufkommens die Staus in Grenzen halten. Es sei nicht davon auszugehen, dass es schon jetzt schwere Auswirkungen auf Übernachtungszahlen geben könnte. „Die meisten Gäste haben lange im Voraus gebucht.“

Der Grund für das Desaster ist eine große Torflinse tief im Boden unter der Autobahn. Was letztlich den Ausschlag für den Zusammenbruch gegeben hat – Fehlkalkulationen, Verwendung von schwachen Stützen oder nicht überprüfte Techniken –, ist unklar. Diese Frage steht für Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) nicht im Vordergrund. Wichtig sei, den Verkehr so schnell wie möglich auf dieser Trasse zum Fließen zu bringen – einen Anhaltspunkt für die Dauer gibt er jedoch nicht.

LN

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