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Wirtschaft im Norden Marzipan aus dem 3-D-Drucker
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Marzipan aus dem 3-D-Drucker
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20:10 09.03.2018
Hamburg

Tätowierte Menschen mit Piercings im Gesicht drängen sich zwischen Maßanzugträgern. Sie tauschen mit wichtigen Blicken und festem Händedruck Visitenkarten aus. In Halle B4.OG des Hamburger Messegeländes treffen an diesem Freitag – zumindest optisch – Welten aufeinander. In der „Newcomers Area“ der Gastro- und Hotelfachmesse „Internorga“ werden Neuheiten und Innovationen vorgestellt.

Langsam wird das weiche Marzipan aus der silbernen Spitze des 3-D-Druckers gepresst. Es entsteht – Millimeter für Millimeter – eine „süße Versuchung“ in Form eines muskulösen, nackten Männerkörpers.

„Vom Prinzip arbeitet das wie ein klassischer Spritzbeutel von Großmutter“, erklärt der Chef des Stands, Gerd Funk. Nebenan werden kompostierbare Einwegverpackungen angeboten, daneben gerolltes Eis – Kugeln kann schließlich fast jeder. Auf einer minus 20 Grad kalten Platte kratzt eine Mitarbeiterin mit Spachtel das Eis in Spiralform. 20 Aussteller ziehen hier die Aufmerksamkeit von Publikum und Medien auf sich.

Nur einen Steinwurf entfernt steht die „Craft Beer Arena“. Vollbärtige Männer, teilweise mit Lederschürzen und Hosenträgern, zapfen hinter rustikaler Paletten-Optik handgemachtes Bier. Bodenständiges Handwerk trifft modernes Hipstertum. Hier wird die „Drinkability“ des Bieres angepriesen, von „uniquen“ Geschäftskonzepten ist die Rede.

Malte Brusemann, der 32 Jahre alte Biersommelier und Marketing-Leiter einer nach eigenen Angaben mehr als 260 Jahre alten Brauerei, passt in diese Welt. „Wir haben das ,Pepper-Pils', das wir mit schwarzem Pfeffer und rosa Beeren brauen, oder wir haben den ,Bourbon Barrel Bock', der in Bourbon-, Rum- und Tequilafässern reift.“ Seine Begeisterung für Bier ist spürbar. Und die Craft-Szene wächst. Dieses Jahr gibt es das erste Mal auch eine Lounge für „Craft Spirit“, also handgemachte Spirituosen: Gin, Whiskey, Rum, Wodka oder Korn.

An einem optisch auffälligen Stand stapeln sich pinkfarbene Boxen meterhoch aufeinander, bilden den Eingang zum „Pink Cube“. Auf leuchtenden Würfeln sitzen rund 50 Zuhörer im abgedunkelten Raum, während Trendforscherin Karin Tischer über internationale Trends im Gastro-Gewerbe referiert. Heutzutage brauche es einzigartige Konzepte, um Aufmerksamkeit zu bekommen, sagt sie. Tischer zeigt Bilder von einem Restaurant im Meer vor der Insel Bora Bora, von Sushi im Croissant, von Pizza, bei der auch der Karton aus Pizza besteht. Kaffee wird gesüßt, indem er durch Zuckerwatte gegossen wird, die nach Einschätzung der Expertin ohnehin gerade „mega angesagt“ sei.

Insgesamt sind 1300 Aussteller aus 25 Ländern bei der bis Dienstag geöffneten Internorga vertreten.

LN

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