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Maschinenbauer geht von Lübeck nach Mecklenburg

Selmsdorf/Lübeck Maschinenbauer geht von Lübeck nach Mecklenburg

Die Firma Rono zieht im nächsten Jahr nach Selmsdorf um. Sie braucht mehr Platz.

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Patrick Riedel (24) prüft Lagerbuchsen für die Rono Maschinenbau GmbH. Er hat in dem Betrieb auch gelernt.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Selmsdorf. Patrick Riedel arbeitet gerne handwerklich und mit Computern. Im Beruf kann er das verbinden. Der 24-Jährige bedient rechnergesteuerte Technik für den Maschinenbauer Rono in Lübeck. Dort hat er auch seine Ausbildung absolviert. Zur Arbeit fährt er in die Falkenstraße in Lübeck. Dort nutzt Rono ein etwas in die Jahre gekommenes Werksgebäude — bisher. 2014 ändert sich der Arbeitsweg für Patrick Riedel und seine 60 Kollegen. Dann wechselt der Betrieb zusammen mit der Lübecker Romero & Nolte Fertigungstechnik GmbH in das zehn Kilometer entfernte Gewerbegebiet Herrenwiekers Camp/Krempelmoor. Weil das im mecklenburgischen Selmsdorf liegt, kommt zum heutigen ersten Spatenstich fürs neue Werk lokale und überregionale Politprominenz aus dem Nachbarbundesland. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und der Selmsdorfer Bürgermeister Detlef Hitzigrat (parteilos) werden dabei sein, wenn die Geschäftsführer Carlos Romero und Stefan Nolte um 11.30 Uhr den symbolischen Baustart vollziehen.

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Jürgen Lenz über den Umzug von Lübecker Unternehmen nach Mecklenburg-Vorpommern.

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Warum zieht der Betrieb ins Selmsdorfer Gewerbegebiet? Auskunft der Wirtschaftsförderungsgesellschaft „Invest in Mecklenburg-Vorpommern“: „Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung benötigt das derzeit noch in Lübeck ansässige Unternehmen größere Produktionsflächen.“ Rono-Geschäftsführer Nolte bestätigt das. Vorgesehen sei auch, die Rono Maschinenbau GmbH und die Romero & Nolte Fertigungstechnik GmbH an einem Standort zusammenzuführen, um Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Bisher sind die Firmen auf die Falkenstraße und Herrenwyk verteilt. In Selmsdorf wird Rono voraussichtlich ab Juli zentral produzieren und eine eigene Konstruktion aufbauen. Die Chefs planen, im übernächsten Jahr 15 weitere Mitarbeiter einzustellen. Tätig ist Rono in den Geschäftsfeldern Metallbearbeitung, Zerspanungstechnik, Anlagenbau, Stahlbau, Druckbehälterbau, Rohrleitungsbau, Industriemontagen, Schweißarbeiten und Reparaturservice.

Zu den Referenzen, auf die der Betrieb verweisen kann, gehört neben der Arbeit für bekannte Unternehmen wie die Schwartauer Werke, Minimax, Brüggen und Dräger Safety auch ein Kunde, der bereits 2003 von Lübeck nach Selmsdorf umzog, weil er in der Hansestadt nicht mehr genügend Platz hatte und Lübeck kein adäquates Grundstück anbot: Alltec, international erfolgreicher Hersteller von Laserbeschriftungstechnik. Er ist einer von vielen ehemals Lübecker Betrieben, die nun in Selmsdorf produzieren. Fast alle bekamen Zuschüsse des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Stefan Nolte rückt langfristigere Motive in den Mittelpunkt: ein passendes Baugrundstück, logistische Vorteile wie die Nähe zur Ostseeautobahn A 20 und die Nähe zu Lübeck — schließlich sollen Patrick Riedel und seine Kollegen künftig nicht zu weit zur Arbeit fahren.

Wirtschaft ohne Grenze
Nur derjenige, der mental noch in den Zeiten des Kalten Krieges lebt, kann etwas Anstößiges daran finden, wenn ein Betrieb von Lübeck nach Mecklenburg zieht. Die Grenze existiert in der Lebenswirklichkeit der Menschen in der Region schon lange nicht mehr. Auch zeugt die Meinung „Die Firmen machen das nur wegen der Fördergelder“ von einem Mangel an Realitätssinn und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Klar, Zuschüsse sind etwas Schönes — zum Beispiel für einen Konfitürenhersteller in Bad Schwartau, dem Schleswig-Holstein drei Millionen Euro für den Bau eines Werkes auf Lübecker Gebiet zugesagt hat. Wieso sollen sich da nicht auch andere Firmen ihre Investitionen versüßen lassen?

Jürgen Lenz

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