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Max Bahr: Ex-Chef will die Baumärkte retten

Lübeck Max Bahr: Ex-Chef will die Baumärkte retten

Dirk Möhrle tritt Bieterkonsortium um die Hellweg-Märkte bei. Er sehe die „einmalige Gelegenheit“, die Kette neu aufzustellen.

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Dirk Möhrle (49).

Quelle: Foto: dpa

Hamburg. Für die Mitarbeiter der Baumarkt-Kette Max Bahr gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer: Der frühere Firmenchef Dirk Möhrle (49), der Max Bahr bis Ende 2004 führte, will das Bieterkonsortium um die Dortmunder Baumarktkette Hellweg und die Familie Trautwein mit dem Einkaufsbüro deutscher Eisenhändler (EDE) verstärken. „Vor Jahren haben mein Vater und der Rest der Familie die Zuversicht aufgegeben, das Unternehmen weiter führen zu können“, sagte Dirk Möhrle dem „Hamburger Abendblatt“. Jetzt biete sich „die einmalige Gelegenheit, Max Bahr zusammen mit kompetenten Partnern wieder neu aufzustellen“.

Sein Vater Peter Möhrle hatte 1956 mit gerade einmal 24 Jahren die Mehrheitsanteile an der Hamburger Holzhandlung Max Bahr übernommen und baute den kleinen Drei-Mann-Betrieb nach und nach aus. Auf einer Reise in die USA begeisterten ihn die „Do-it- yourself“-Märkte. Peter Möhrle war überzeugt, dass dieses Konzept auch in Deutschland Erfolg haben könnte. 1964 eröffnete die erste Max-Bahr-Filiale in Hamburg- Rissen, der viele weitere folgten. 1989 hatte die Kette schon 40 Filialen in Norddeutschland, 2005 waren es bundesweit 80 Filialen mit klarem Schwerpunkt im Norden.

Ende 2004 — im Jahr des 125. Firmengeburtstages — schied Dirk Möhrle aus dem Unternehmen aus, nachdem es offenbar Meinungsverschiedenheiten mit seinem Vater über den zukünftigen Kurs des Unternehmens gegeben hatte. Vater Peter Möhrle verkaufte Max Bahr schließlich nur gut zwei Jahre später im Februar 2007 an die Baumarkt-Kette Praktiker, die vor wenigen Monaten Insolvenz anmelden musste — und in deren Folge zwei Wochen später auch die Tochter Max Bahr.

Gemeinsam wolle er mit Hellweg und EDE einen möglichst großen Anteil an Max Bahr übernehmen, sagte Dirk Möhrle dem „Hamburger Abendblatt“. Nach seinem Ausscheiden 2004 hatte er die Möhrle Group in Berlin gegründet, die Immobilienprojekte betreibt. Im Januar dieses Jahres kaufte er gemeinsam mit Chefredakteur Nikolaus Förster das Wirtschaftsmagazin „Impulse“ vom Gruner+Jahr-Verlag. Möhrles Wiedereinstieg in das Baumarktgeschäft kommt überraschend. Ob er mit dem Konsortium tatsächlich Max Bahr übernehmen kann, ist offen, denn mit der Handelskette Globus gibt es einen Konkurrenten.

Der Niedergang von Praktiker hatte auch Max Bahr Ende Juli in die Insolvenz rutschen lassen. Nach dem Rückzug eines Warenkreditversicherers sei die Versorgung der Max-Bahr-Märkte nicht mehr gesichert, hieß es. Der Insolvenzverwalter sucht seitdem nach Interessenten für die Kette, 6800 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Max Bahr ist höherwertig positioniert als Praktiker und sollte in Deutschland zur Hauptvertriebslinie der Gruppe ausgebaut werden. In den 132 Märkten arbeiten 6800 von 12 000 Mitarbeiter des Praktiker-Konzerns in Deutschland. In Lübeck gibt es zwei Max-Bahr-Märkte, einen an der Lohmühle mit 70 Mitarbeitern, einen an der A-1-Abfahrt Moisling mit 65 Mitarbeitern. Max Bahr in Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) hat 40 Angestellte. cri

Praktiker: Transfergesellschaft für 4000 der 7000 Mitarbeiter
Atempause für die Praktiker-Mitarbeiter: Die Einrichtung einer Transfergesellschaft für etwa 4000 Beschäftigte der insolventen Baumarkt-Kette ist aus Sicht der Gewerkschaft Ver.di in greifbare Nähe gerückt. „Die Mitarbeiter bekommen 75 Prozent ihres letzten Gehalts“, sagte Ver.di-Sprecherin Christiane Scheller. Die Laufzeit der Transfergesellschaft staffele sich nach der Kündigungsfrist. 900 Mitarbeiter haben sechs Monate lang Anspruch auf das Geld, 2500 bekommen die Leistung vier oder fünf Monate lang, die anderen für drei Monate. Arbeitnehmervertreter und Insolvenzverwaltung hatten sich in Erfurt am Vorabend über eine Auffanglösung verständigt. Der Gläubigerausschuss von Praktiker entscheidet am 28. September jedoch ebenfalls mit. Ver.di appellierte an die Mitglieder, der Transfergesellschaft zuzustimmen. Keinen Anspruch auf Geld haben laut Scheller dagegen die etwa 3000 geringfügig Beschäftigten.

LN

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