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Max Bahr schöpft Hoffnung: Neuanfang mit dem Ex-Chef

Hamburg/Lübeck Max Bahr schöpft Hoffnung: Neuanfang mit dem Ex-Chef

Ein Konsortium um die Dortmunder Hellweg-Kette soll 73 Märkte übernehmen.

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Pirjo Kahrs-Rehmeier (39) aus Mölln hofft, dass der Max-Bahr-Markt in Lübeck-Buntekuh weiter existieren kann.

Quelle: Maxwitat

Hamburg. Lichtblick für Max Bahr: Die insolvente Baumarktkette hat gute Chancen, von einer Bietergruppe um das Dortmunder Familienunternehmen Hellweg übernommen zu werden. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Jens-Sören Schröder sollen bis Ende Oktober Schlussverhandlungen geführt werden. Kunden in Lübeck zeigen sich erfreut.

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„Wir haben schon viel hier gekauft. Wo soll man sonst hingehen?“ Karla Schmidt (80)

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Dem Bieterkonsortium gehört auch der Ex-Chef des Unternehmens, Dirk Möhrle, aus Hamburg an. Seine Familie hatte das Unternehmen einst zu einer der führenden Baumarktketten gemacht, im Jahr 2007 dann aber an Praktiker verkauft. Möhrle und Hellweg wollen offenbar 73 der insgesamt 132 Max-Bahr-Märkte übernehmen. Dabei handelt es sich um die meisten der alten Bestandsgeschäfte, zu denen auch die beiden Bahr-Märkte in Lübeck (jeweils rund 70 Mitarbeiter) sowie der in Bad Oldesloe (40 Angestellte) gehören.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) äußerte sich vorsichtig: „Ich bin erfreut darüber, dass die Bahr-Märkte eine Chance haben. Ein Leerstand dieser beiden großen Immobilien wäre ziemlich verheerend.“ Beide Häuser stellten attraktive Angebote in der Baumarkt-Szene Lübecks dar. „Es wäre schade, wenn so ein großer Baumarkt verschwindet“, sagt Kunde Michael Pries. Der 49-Jährige hofft, dass die Lübecker Märkte erhalten bleiben. „Das wäre auch für die Mitarbeiter eine gute Nachricht“, meint er.

Die Gewerkschaft Ver.di nannte die anvisierte Übernahme von mehr als 70 Filialen ein „erstes positives Zeichen für die berufliche und damit existenzielle Perspektive von 3600 Beschäftigten“.

Allerdings drohe tausenden Beschäftigten die Arbeitslosigkeit, erklärte Ver.di- Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Denn Praktiker könne nicht als Ganzes verkauft werden.

Tatsächlich gibt es für die 54 ehemaligen Praktiker-Märkte, die seit 2012 auf Max Bahr umgeflaggt wurden, noch keine Lösung. Christopher Seagon, der als Insolvenzverwalter für diese Märkte zuständig ist, verhandelt weiter mit Interessenten. Gleichzeitig wird aber auch der Ausverkauf für diese Märkte ab Ende nächster Woche vorbereitet. In den übrigen rund 180 ehemaligen Praktiker-Märkten sowie in sieben umgeflaggten Max-BahrMärkten läuft der Ausverkauf bereits seit Wochen und ist teilweise abgeschlossen. Sie sollen einzeln oder in kleineren Stückzahlen an Investoren übergeben werden.

Die Baumarkt-Kette Hellweg, im Norden kaum bekannt, ist vor allem im Ruhrgebiet und in Süddeutschland vertreten. Das Dortmunder Familienunternehmen steuert 92 Filialen in Deutschland und auch in Österreich sowie 56 BayWa-Bau&Garten-Filialen. Zur Unternehmensgruppe gehören außerdem die Gartencenter Augsburg mit sechs Standorten in Nordrhein-Westfalen. Hellweg beschäftigt gut 4000 Mitarbeiter.

Der Baumarkt-Konzern Praktiker mit etwa 15 000 Beschäftigten hatte am 11. Juli Insolvenz angemeldet. Zunächst waren nur die Baumärkte der Marken Praktiker und Extra Bau + Hobby betroffen. Kurz danach beantragte der Konzern auch für die Max-Bahr-Märkte ein Insolvenzverfahren.

Julia Paulat

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