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Mehr Eiswürfel, weniger Getränk?

LN-Messbecher-Test Mehr Eiswürfel, weniger Getränk?

Eine Amerikanerin verklagt Starbucks auf 5 Millionen Dollar - wegen zu viel Eis im Kaffe. Und wie viele Eiswürfel landen in Lübeck in den Bechern? Die LN haben einen „Messbecher-Test“ gemacht.

Der Test: LN-Mitarbeiterin Ann-Christin Hinze (19) kippt die Cola — hier bei Burger King in Lübeck — in einen Messbecher, mit einem Sieb werden die Eiswürfel herausgefiltert.

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Lübeck/Chicago. Egal ob im Restaurant, im Fast-Food-Laden, im Café oder in der Bäckerei: Wer Cola, Limonade oder Eiskaffee bestellt, bekommt meistens ungefragt Eiswürfel zum Kühlen in das Getränk. Manchmal ist es nur ein einziger, in anderen Fällen landet gleich ein ganzer Haufen im Glas oder Becher. Eine Frau aus Chicago hat sich so darüber geärgert, dass sie jetzt die Kaffeehauskette Starbucks verklagt.

Sie fordert mehr als fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) Schadenersatz wegen irreführender Werbung und Konsumentenbetrugs. Bei den Kaltgetränken von Starbucks sei „viel weniger“ des jeweiligen Getränks im Becher als versprochen, heißt es in der Klage. Konkret geht es der Amerikanerin um ihren Eiskaffee. In der größten Bechergröße „Venti“ seien laut Aushang 0,7 Liter des Getränks enthalten. Tatsächlich werde aber so viel Eis hineingegeben, dass lediglich noch etwa 0,4 Liter Kaffee hineinpassten, bemängelt die Frau.

Starbucks wies die Vorwürfe als „unseriös“ zurück. Die Kunden verstünden, dass Eis ein essenzieller Bestandteil jedes geeisten Getränks sei, erklärte das Unternehmen.

Wie viele Eiswürfel landen im Getränk? Die LN haben den Messebecher-Test bei Lübecker Restaurants und Kaffeehäusern gemacht. Das Ergebnis sehen Sie hier in der Bildergalerie.

LN-Bild

Eine Amerikanerin klagt gegen Starbucks — Die LN haben einen „Messbecher-Test“ gemacht.

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Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Schleswig-Holstein, sieht das ein bisschen anders. „Ein Gast sollte immer die Menge bekommen, die er bestellt hat“, sagt er. „Wenn ich also zum Beispiel 0,3 Liter von einem Getränk haben möchte, dann müssen es auch 0,3 Liter von diesem Getränk sein — nicht Eiswürfel.“ Die Schwierigkeit sei, dass die Eiswürfel oft zuerst im Glas landeten. Ein erfahrener Gastronom könne aber abschätzen, wie viel von dem jeweiligen Getränk er noch obendrauf schütten müsse, um die erforderliche Menge zu erreichen.

Generell rät Scholtis Gastronomen, bei der Zugabe von Eiswürfeln etwas sparsamer zu sein. „Das Getränk darf dadurch nicht verwässert werden, der Eigengeschmack muss unverfälscht bleiben“, erklärt er.

„Lieber einen Eiswürfel weniger und nachlegen, wenn der Gast danach fragen sollte.“ Zumal die Vorliebe für Eiswürfel eine sehr individuelle Sache sei. „Der eine mag mehr, der andere lieber weniger“, sagt Scholtis. Der beste Weg sei daher, wenn die Servicekraft den Kunden direkt frage, wie viele Eiswürfel er im Glas haben wolle.

Bei den Fast-Food-Restaurants im Norden landet ungefragt sehr viel Eis in den Bechern, allerdings nicht zulasten der Getränkemenge. Im Gegenteil: Wenn die Eiswürfel herausgesiebt wurden, sind bei McDonald‘s und Burger King sogar mehr als die bestellten 0,5 Liter im Becher, ergab ein Test der Lübecker Nachrichten. Noch weniger Grund zur Klage haben die Kunden bei Kentucky Fried Chicken.

Dort können sie die Eiswürfel-Menge in ihren Softgetränken selbst bestimmen und ihre Becher außerdem kostenlos nachfüllen. Etwas anders sieht die Situation bei den Eiskaffees aus. Dort sind präzise Messergebnisse nicht möglich, weil die Geschäfte weder vor Ort noch im Internet Angaben dazu machen, wie viele Milliliter in ihren Bechern drin sein sollen. Stattdessen verwenden sie Bezeichnungen wie „groß“ oder „mittel“ — oder sagen gar nichts zur Größe.

Zudem werden nicht nur Eiswürfel hinzugefügt, sondern teilweise kommen auch Vanilleeis, Milchschaum oder Sahne hinein. In vielen getesteten Getränken war dadurch weniger Kaffee als in den Becher passen würde.

Von Janina Dietrich

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