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Mehr Hilfe für die Meister von morgen

Lübeck Mehr Hilfe für die Meister von morgen

Handwerker, die sich entschließen, die Meisterprüfung zu machen, können Fördermittel dafür nutzen. Vor einem Monat sind die Sätze angehoben worden.

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Guter Dinge: Simon Hofmann (l.) von der Handwerkskammer und IB-Mitarbeiter Siegfried Erber.

Lübeck. Kurz nach seiner erfolgreichen Ausbildung zum Maler hat Samir Akan den nächsten Schritt gemacht. „Ich wollte zeigen, ich kann und will noch mehr“, sagt der 25-jährige gebürtige Kurde, der als Kind mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen ist.

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Handwerker, die sich entschließen, die Meisterprüfung zu machen, können Fördermittel dafür nutzen. Vor einem Monat sind die Sätze angehoben worden.

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Im November 2015 hat er sich für den Meisterkurs angemeldet, den er jetzt mit Hilfe von Meister-Bafög finanziert. „Ich habe mich informiert und gedacht, diese Chance musst du nutzen“, erzählt Akan.

Von Januar bis März dieses Jahres hat er den kaufmännischen und den pädagogischen Teil als Kompaktkurs absolviert, jetzt macht er Fachtheorie und Fachpraxis in Teilzeit. „Das heißt, ich kann von Montag bis Freitagmittag arbeiten, und Freitagnachmittag und Sonnabend zum Fortbildungszentrum gehen“, erzählt der angehende Malermeister. „Das Meister-Bafög ist für mich ein großer Vorteil und hat mir über Engpässe hinweggeholfen“, sagt Samir Akan, denn so ein Kurs koste um die 12000 Euro. Doch die Darlehenssumme, die zurückgezahlt werden muss, lässt sich durch verschiedene Schritte deutlich reduzieren, zum Beispiel, wenn man sich selbstständig macht und wenn man Mitarbeiter einstellt. „Das ist für mich eine große Motivation“, sagt Akan.

Auch Felix Oldörp, der als Elektriker bei der Firma Elektro Ipsen in Eutin arbeitet, besucht einen Meisterkurs der Handwerkskammer Lübeck. „Wenn alles klappt, bin ich in einem Jahr fertig.“ Vor etwa drei Jahren hat der 27-Jährige sich entschlossen, den Meisterbrief zu machen. „Für mich war klar, dass der Ausbildungsprozess noch nicht abgeschlossen ist“, erzählt er. „Man muss eine solide Grundbildung mitbringen, gesunden Ehrgeiz haben und viel Zeit investieren.“ Auch er macht Teile des Meisterkurses in Teilzeit neben der regulären Arbeit. „Und vieles, was ich dort lerne, kann ich auch schon im Alltag einsetzen“, sagt er.

Meisterkurse gliedern sich in vier Teile, einen kaufmännischen und einen pädagogischen Teil sowie einen fachpraktischen und -theoretischen Teil im jeweiligen Beruf. Seit dem 1. August gilt eine Gesetzesnovelle des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (Bafög), das Meister-Bafög heißt jetzt offiziell Aufstiegs-Bafög. „Das ist verbunden mit höheren Fördersätzen, höheren Zuschussanteilen und höheren Freibeträgen“, sagt Siegfried Erber von der Investitionsbank (IB) Schleswig-Holstein, die mit den Kammern zusammenarbeitet und die Anträge auf Förderung prüft und bewilligt.

Mit der Novelle sollten für Meisterschüler gleichwertige Bedingungen geschaffen werden wie für Studierende. So wird etwa der maximale Finanzierungsbetrag von 10226 Euro auf 15000 Euro angehoben. Der Erlass der Rückzahlsumme im Erfolgsfall wird von 25 Prozent auf 40 Prozent des noch bestehenden Restdarlehens erhöht.

Erber hat in dieser Woche in den Räumen der Handwerkskammer Lübeck über die neuen Fördermöglichkeiten informiert. Etwa 40 Interessierte hörten sich seinen Vortrag an und konnten Fragen stellen. „Wir erhoffen uns, dass wir durch solche Veranstaltungen noch mehr Interessenten motivieren können, den Schritt zu gehen“, sagt Simon Hofmann, Leiter des Fortbildungszentrums der Handwerkskammer. Er und seine Mitarbeiter bieten dort Meisterkurse in zehn verschiedenen Berufen an. „Wir wollen dadurch ein Zeichen setzen, dass sich mehr Gesellen der Meisterausbildung stellen“, sagt Hofmann. Auch in Elmshorn hatte die Kammer bereits eine Informationsveranstaltung über die neuen Förderrichtlinien angeboten.

Für Samir Akan und Felix Oldörp ist die finanzielle Unterstützung ihrer Meisterkurse eine „super Sache“, wie beide betonen. „Ich kann das nur weiterempfehlen“, sagt Oldörp. „Wer sagt, er kann sich den Meisterkurs nicht leisten, hat sich nicht richtig informiert.“ Und Samir Akan findet, „man sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen“. Wenn sie im September 2017 ihre Urkunden in den Händen halten, werden sie wissen, dass sich die Mühen und Anstrengungen gelohnt haben. „Der Meisterbrief bringt einem später Erfolg“, sagt Samir Akan.

Förderung seit 20 Jahren

4220 Frauen und Männer aus Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr an einer geförderten Fortbildungsmaßnahme teilgenommen, bundesweit waren es insgesamt 162000. Das belegen Zahlen der Investitionsbank (IB) Schleswig-Holstein. Seit der Einführung des sogenannten Meister-Bafögs vor rund 20 Jahren wurden bundesweit insgesamt 1,7 Millionen Menschen eine passgenaue Förderung für ihren beruflichen Aufstieg ermöglicht, in Schleswig-Holstein waren es etwa 45000. Eine genaue Quote, wie viele Teilnehmer die Meisterkurse abbrechen, gibt es nicht, die IB schätzt, dass es zwischen 10 und 15 Prozent sind. Informationen unter www.meister-bafoeg.info/

Christian Risch

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