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Wirtschaft im Norden Mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen
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21:15 17.05.2018
Die neuen Wohnungen am Schneewittchenweg in Lübeck-Moisling. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn, B. Wüstneck/dpa
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Lübeck

„Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums bleibt eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen“, sagte der IB.SH-Vorstandsvorsitzende Erk Westermann-Lammers in Lübeck bei der Vorlage der Zahlen. Das Thema biete Zündstoff, deshalb sei es eine der wichtigsten Aufgaben der Bank. 2017 wurden demnach im Südosten des Landes 548 Wohnungen gefördert, eine deutliche Steigerung gegenüber 2016, als es 365 Wohnungen waren. „Vor allem der im März 2017 eingeführte Investitionszuschuss von 250 Euro pro Quadratmeter im Zusammenhang mit Baudarlehen der sozialen Wohnraumförderung hat wirksame Impulse gesetzt“, sagte Westermann-Lammers. Das habe den Anreiz für Investoren verstärkt. Besonders stark stieg die Zahl in Lübeck, hier gab es 113 geförderte Wohnungen (Vorjahr: 11), und im Kreis Stormarn mit 108 (Vorjahr 21). Im Kreis Segeberg stieg die Zahl von 244 auf 251, in Ostholstein von null auf 47. Viele der Wohnungen, so der IB.SH-Vorstandschef, seien im Hamburger Speckgürtel entstanden, dort gebe es den größten Bedarf an günstigem Wohnraum.

Beispielhaft sei das Projekt im Schneewittchenweg in Lübeck- Moisling. Hier habe die Grundstücksgesellschaft Trave für 12,6 Millionen Euro 93 geförderte Wohnungen gebaut, dafür erhielt sie ein Darlehen von 9,2 Millionen Euro und 1,4 Millionen Euro Zuschuss von der IB. Durch seine starken Wohnungsbaugesellschaften sei die Hansestadt besser aufgestellt als die Landeshauptstadt Kiel, sagte Horst Nörenberg vom IB-Beratungszentrum Lübeck.

Auch den Erwerb von Eigentum förderte die IB.SH, hier sei aber ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2016 zu verzeichnen. In Lübeck verhalf die Förderbank 175 Familien zum Eigenheim (Vorjahr 199), in Ostholstein 297 (270), im Kreis Herzogtum Lauenburg 335 (398), in Stormarn 424 (514) und in Segeberg 609 (650).

In der Wirtschaftsförderung sei vor allem die deutliche Belebung im Segment Tourismus spürbar. Das niedrige Zinsniveau, der Trend zu Urlaub im eigenen Land und die Erneuerung der Infrastruktur sorgten für einen Tourismusboom, gerade auch in der Lübecker Bucht, sagte Westermann- Lammers. Ein Beispiel für die Förderung durch die IB.SH sei das Projekt Priwall Waterfront in Travemünde. Die Umgestaltung der Promenade am Projekt sei seit 2013 mit dem Zukunftsprogramm Wirtschaft des Landes über die IB.SH mit knapp 7,5 Millionen Euro bezuschusst worden.

Mit 588,3 Millionen Euro insgesamt hat die Investitionsbank den Südosten des Landes gefördert. Lübeck erhielt 130,5 Millionen, die Kreise Herzogtum Lauenburg 114,3, Ostholstein 143,0, Stormarn 79,6 und Segeberg 120,8 Millionen Euro. Kiel erhielt 218 Millionen Euro. Landesweit blieb das Fördervolumen konstant bei 2,3 Milliarden Euro. Auch für dieses Jahr erwartet der IB.SH-Vorsitzende eine „anhaltend gute Entwicklung“ der Wirtschaft im Land.

„Dachgeschosse ausbauen“

Der Eigentümerverband Haus & Grund will mit dem massiven Ausbau von Dachgeschossen den Wohnungsmangel in Schleswig-Holstein vor allem in größeren Städten eindämmen. Auf diese Weise konnten nach Schätzungen des Landesverbandsvorsitzenden Alexander Blazek allein in Kiel schnell 5000 bis 7000 neue Wohnungen entstehen, sagte Blazek gestern in Kiel. Bundesweit könnten es 1,5 Millionen Wohnungen sein. Blazek schlug nach Hamburger Vorbild mehrere Änderungen an der Landesbauordnung vor, um das Vorhaben zu erleichtern. So sollte Holz als konstruktiver Werkstoff auch für Bauvorhaben mit einer Höhe von bis zu 22 Metern zugelassen werden. Holz habe bei Aufstockungen statische Vorteile, sagte Blazek. Darüber hinaus sollte bei Schaffung neuen Wohnraums eine Stellplatzabgabe wegfallen. Diese Frage könne der Markt regeln. Der Verband setze sich auch dafür ein, den Dachgeschossausbau so zu fördern wie den Bau von Sozialwohnungen.

Das für Wohnungsbau zuständige Innenministerium zeigte sich aufgeschlossen, die konkreten Vorschläge müssten aber noch geprüft werden. In Schleswig-Holstein gibt es fast 1,5 Millionen Wohnungen.

Christian Risch

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