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Mehr blühende Flächen für Bienen

Berlin/Bad Segeberg Mehr blühende Flächen für Bienen

Die Insekten sind auch im Norden gefährdet – Kleine bepflanzte Areale sollen für mehr Nahrung sorgen.

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Berlin/Bad Segeberg. „Ohne Bienen geht’s nicht“, stellte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gestern vor 120 Experten aus Landwirtschaft, Imkerei und Wissenschaft bei der Fachtagung „Bienen in der Kulturlandschaft“ lapidar fest. Der volkswirtschaftliche Nutzen der emsigen Bestäuber geht in die Milliarden. 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bestäubung durch Bienen angewiesen.

Allein im Norden betreuen etwa 3000 Imker 22 000 Bienenvölker – Tendenz erfreulicherweise steigend –, wie es beim Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker in Bad Segeberg hieß.

Zudem werden 269 Wildbienenarten gezählt. Allerdings sind viele davon vom Aussterben bedroht. „Dieses Bienensterben ist ein Problem“, sagte Umweltminister Robert Habeck den Lübecker Nachrichten.

Betroffen sind sowohl die domestizierten als auch die wilden Arten. Habeck verwies auf das abnehmende Nahrungsangebot, weil die Landwirtschaft immer weiter intensiviert werde. Ohne ausreichende Nahrung über die gesamte Saison bis in den Herbst hinein werden die kleinen Nützlinge jedoch anfälliger für Schädlinge, etwa die Varroa Milbe oder für die gefährliche Amerikanische Faulbrut – auch Bienenpest genannt –, die die Bienenlarven tötet. Ursache für letztere sind oft alte Honiggläser mit Resten von Importhonig, in dem sich Sporen von Bakterien befinden. „Deshalb sollten die Honiggläser ausgewaschen werden“, rät der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske.

Auch der Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel macht den Bienen das Leben und Nektarsammeln schwer. Bundesminister Schmidt hat sogenannte Neonicotinoide, die etwa zum Beizen von Saatgut eingesetzt werden, per Verordnung in Deutschland verboten. Allerdings darf noch derart behandeltes Saatgut aus dem Ausland eingeführt werden. Mit Brüssel, so hoffte der CSU-Politiker, kann bis „Mitte Juli“ ein generelles Verbot dieser Mittel in der EU erreicht werden.

Ganz wichtig für die kleinen Hautflügler sind vor allem zusätzliche blühende Areale, etwa an Straßenrändern, Brachflächen, Dämmen, Parks oder Friedhöfen. Fachleute sprechen von „Eh da“-Flächen, also von Flächen, die ohnehin vorhanden sind. Mit wenig Aufwand können Blühflächen für Bienen und andere Insekten entstehen. Die Landschaftsarchitektin Simone Kern empfiehlt deshalb Städten, Gemeinden, Privateigentümern und Initiativen Blumen, Stauden, Hecken und Gehölze statt des eintönigen Rasens zu pflanzen.

Reinhard Zweigler

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