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Metropolregion setzt auf flächendeckende Vermarktung

Hamburg Metropolregion setzt auf flächendeckende Vermarktung

Nordverbund will Kräfte im Standortwettbewerb bündeln — Lübecks Wirtschaftsförderer Dirk Gerdes: Kein Platz mehr für Kirchturmpolitik, auch nicht in Bad Schwartau.

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„Jeder Beteiligte in der Metropolregion muss zum Zuge kommen.“ Reinhard Sager, Landrat Ostholstein

Hamburg. Der Ausblick ist prächtig im präsidialen Besprechungszimmer „Bugspitze“ in der funkelnagelneuen Hafen City Universität (HCU) in Hamburgs neuer Hafencity: In den Blick geraten von dort oben Neubauten wie die Elbphilharmonie, der Hafen und der Grasbrook, auf dem man das Hamburger Olympiagelände hätte wachsen sehen können — wenn denn alles nach Plan gegangen wäre.

Doch jetzt geht es um die Zukunft der Metropolregion Hamburg. Die umfasst inzwischen in vier Bundesländern neben Hamburg 19 Landkreise und kreisfreie Städte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, bietet fünf Millionen Menschen eine Heimat und verfügt über 5000 Hektar Gewerbeflächen. Der Mehrbedarf bis 2025 wird auf 1430 Hektar geschätzt.

Manche Fläche wird schon jetzt händeringend gesucht: etwa die für die Schwartauer Werke, um die der alte Standort, Lübeck und auch Schönberg buhlen. Wo Schwartau nun seine Früchte verarbeite, sei „nicht so wichtig“, wagt sich Dirk Gerdes von der Wirtschaftsförderung Lübeck auf heikles Terrain.

Gewagt? Gesagt. Denn: Für „Kirchturmpolitik“ sei künftig kein Platz mehr, gibt er zu bedenken. Bei der Akquirierung neuer Investoren und dem Halten traditioneller Standorte müsse man verstärkt die Konkurrenz anderer Wirtschaftsregionen im Blick haben und daher „zunehmend im regionalen Kontext denken“, fordert aber auch Hamburgs Wirtschafts-Staatsrat Andreas Rieckhof, Chef des Lenkungsausschusses der Metropolregion, für ein neues Projekt.

In diesem Projekt soll die gemeinsame Vermarktung der vorhandenen Gewerbeflächen in der Region optimiert werden. Der Bau des Siemens-Windkraftwerks in Cuxhaven oder die Verlagerung der Holsten-Brauerei innerhalb Hamburgs sind für Wirtschafts-Staatsrat Rieckhof Beispiele, dass Konzerne bei der Standortwahl in geografischen Zusammenhängen denken. „Wir wollen daher eine größere Transparenz schaffen und in der Wirtschaftsförderung vorausschauend planen.“

Helfen sollen dabei eine bessere Erfassung der infrage kommenden Flächen, Interessenten sollen durch ein modernes Informationssystem gleich an die richtigen Ansprechpartner weiterverwiesen werden, alle Beteiligten sollen eine Datenbank speisen. Braucht ein Hightech-Unternehmen Uni-Nähe, eine Logistikfirma Autobahnanschlüsse, ein Start-up-Betrieb Partner in der Nähe? Mit einer einheitlichen „Durchrasterung“ (Ostholsteins bei diesem Projekt federführender Landrat Reinhard Sager) sollen einheitliche Kriterien gefunden werden, aus denen sich auch „Premiumflächen“ herausfiltern lassen, die weltweit nach Niederlassungsmöglichkeiten suchende Konzernspäher gefallen könnten.

Natürlich ist allen klar: Auch in Zukunft werde jeder Kämmerer auf Gewerbesteuereinnahmen schielen. Gerdes hofft aber: Mancherorts gebe es schon Gewerbeansiedlungen, deren Finanzierung und Einnahmen sich mehrere Kommunen teilen. Das Gewerbezentrum Merkurpark in Hamburg- Rahlstedt etwa soll ins nahe Schleswig-Holstein wachsen.

Das Projekt, auf drei Jahre angelegt und mit 345000 Euro ausgestattet, bleibt ambitioniert. Es kann nur „auf Augenhöhe“ funktionieren, weiß Rieckhof, „wenn alle bei Laune gehalten werden, mitmachen und motiviert bleiben“, so Uwe Mantik, Geschäftsführer des Cima-Instituts für Regionalwirtschaft. Er ist guten Mutes: Mit Parchim und Schwerin klopfen bereits die nächsten Interessenten bei der Metropolregion an.

Von Michael Wittler

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