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Milchbauern pochen auf schnelle Hilfe in der Krise

Milchbauern pochen auf schnelle Hilfe in der Krise

Hohe Erwartungen an den Gipfel am Montag – Landwirte im Norden fordern Bürgschaften des Bundes.

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Berlin. „Bei den jetzigen dramatisch niedrigen Rohmilchpreisen zahlen alle Milchbauern drauf“, schimpft Peter Lüschow, Chef der Milcherzeugervereinigung in Schleswig-Holstein. 3800 Milchviehbetriebe gibt es im Norden. Noch, muss man leider sagen. Wie viele Bauern in der jetzigen Krise ihre Betriebe aufgeben müssen, ist nur schwer vorherzusagen. Kurz vor dem Milchgipfel, zu dem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) für kommenden Montag Bauernverbände, Milchwirtschaft und Handel nach Berlin eingeladen hat, pochen die Milchbauern deutschlandweit noch einmal auf schnelle Hilfen in der jetzigen Absatz- und Preiskrise.

 

LN-Bild

Um ihre Forderungen zu unterstreichen, demonstrieren seit zehn Tagen bayerische Milchviehhalter vor dem Wahlkreisbüro des Bundesministers im fränkischen Neustadt an der Aisch. Der CSU-Politiker stellte im Gespräch mit den Landwirten gestern noch einmal „schnelle direkte Hilfen“ in Aussicht. Die Risiken des Milchmarktes müssten „fairer verteilt“ werden. Dazu brauche man auch die Verbraucher, erklärte Schmidt.

Udo Folgart, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) sagte gestern in Berlin, dringlich seien Liquiditätshilfen und auch steuerliche Entlastungen für die betroffenen Betriebe. Wegen der eingebrochenen Preise könnten sie die Kredite nicht mehr bedienen und ausstehende Steuern nicht bezahlen. Peter Lüschow verlangte im Gespräch mit den LN Bundesbürgschaften für alte Kredite der Landwirte. Für zwei Jahre sollten bereits ausgereichte Darlehen gestreckt werden, damit die Betriebe überhaupt wieder Luft zum Überleben bekämen. Genau wie Folgart trat auch Lüschow für eine Mengenreduzierung bei Milch ein, die aber nicht staatlich geregelt werden könne. Er sprach sich dagegen für Vereinbarungen mit den Meiereien aus. Auch sollten die milchverarbeitenden Betriebe bestimmte Standardprodukte gemeinsam vermarkten, um „so dem mächtigen Einzelhandel die Stirn zu bieten“, meinte Lüschow. Die vier großen Einzelhandelskonzerne in Deutschland würden zwar mit Slogans wie Regionalität und Nachhaltigkeit werben, doch durch die fortgesetzte Preisdrückerei im Einkauf trieben sie die Milchbauern an den Rand des Ruins. Dabei seien viele Verbraucher gern bereit, etwas mehr für Milch- und Milchprodukte zu zahlen. Da Appelle allein nichts brächten, schlug Lüschow eine Vereinbarung mit dem Handel vor, damit Milch nicht weiter verramscht werde und der Mehrpreis auch bei den Bauern ankomme.

 Reinhard Zweigler

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