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Milchkontor schließt Werke

Bremen Milchkontor schließt Werke

. Das Deutsche Milchkontor (DMK) als größte deutsche Molkerei hält an der Schließung des „Rügener Badejungen“-Werkes in Bergen fest. Die Käserei soll spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2019 geschlossen werden, teilte das DMK mit. Auch andere Standorte sind betroffen.

Bremen. Der Aufsichtsrat habe mehreren Werksschließungen zugestimmt. Begründet wurden sie unter anderem mit Kündigungen von Milcherzeugern und der damit verbundenen reduzierten Milchmenge.

Betroffen von Schließungen und Einschnitten sind auch Werke in Schleswig-Holstein, Nordrhein- Westfalen und Sachsen-Anhalt. In Nordhackstedt (Kreis Schleswig-Flensburg) wird die Konfektionierung (Käseaufschnitt) eingestellt.

In Bergen auf Rügen sind 56 Arbeitsplätze von der Schließung betroffen. Die Beschäftigten produzieren seit 1953 die Traditionsmarke „Rügener Badejunge“ für die Rotkäppchen Peter Jülich GmbH mit Sitz in Dortmund.  Das Unternehmen will den Camembert nach eigenen Angaben künftig in seinem Werk in Lumpzig in Thüringen produzieren, nachdem das DMK den Vertrag über die Herstellung des Käses kündigte. Grund für das Aus seien zu hohe Produktionskosten der ostdeutschen Weichkäse-Sorte, heißt es vom DMK.

Der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Mecklenburg-Vorpommern, Jörg Dahms, hofft noch auf die Möglichkeit eines Verkaufs der Bergener Käserei. „Das ist der einzige Strohhalm, den wir noch sehen“, sagte er. Immerhin sei ein Verkauf vom DMK nicht ausgeschlossen worden. Das Berliner Milchhandelsunternehmen Ostmilch bekundete Interesse am „Rügener Badejungen“. Geschäftsführer Jens Tützer erklärte, dass Ostmilch weiterhin grundsätzlich ein Interesse an der Molkerei Bergen habe und auch an der Fortführung der Produktion interessiert sei.

Allerdings müsse man die Entscheidung der Eigentümer, das Werk zu schließen, akzeptieren.

Das Deutsche Milchkontor hat den 2018 und 2019 von Schließungen betroffenen 270 Mitarbeitern Unterstützung zugesagt. „Das Unternehmen ist sich der Tragweite der Entscheidung bewusst und bedauert diese außerordentlich, sieht allerdings keine wirtschaftlichen Alternativen“, teilte der Sprecher des Unternehmens mit. Am Montag hatten 250 Molkereibeschäftigte gegen die Pläne demonstriert.

Das Deutsche Milchkontor verarbeitet 7,3 Milliarden Kilogramm Milch an 20 Standorten. Nach eigenen Angaben gehört der Konzern mit einem Umsatz von 5,1 Milliarden Euro europaweit zu den führenden Unternehmen der Branche.

LN

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