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Wirtschaft im Norden Milliarden-Deal bei Disney
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21:13 14.12.2017
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Burbank/New York

Mit dem größten Zukauf seiner Geschichte will Entertainment-Riese Walt Disney im Kampf um Film- und Fernseh-Zuschauer die Oberhand gewinnen. Der Konzern schluckt für rund 52,4

Milliarden Dollar (44,5 Milliarden Euro) große Teile des Rivalen 21st Century Fox aus dem Imperium von Rupert Murdoch.

Disney zahlt den Kaufpreis in eigenen Aktien und übernimmt fast das komplette Film- und TV-Geschäft von Fox sowie dessen internationale Aktivitäten. Damit werden etliche Fernsehsender und das traditionsreiche Filmstudio 20th Century Fox den Besitzer wechseln. Im Paket enthalten sind auch die Fox-Beteiligung am britischen Pay-TV-Anbieter Sky und ein Anteil am Streaming-Dienst Hulu.

Murdochs Konzern wird durch den Verkauf massiv verschlankt; was vom Geschäft übrig bleibt, soll in eine neue Gesellschaft abgespalten werden. Fox behält seine großen Sportsender und die bekannten News-Kanäle. Hier läuft es derzeit rund – die Einschaltquoten und Werbeerlöse sind nicht zuletzt wegen des Rummels um Donald Trumps Präsidentschaft hoch, zu dem Murdoch einen engen Draht hat. Kritiker werfen ihm vor, mit Fox News Einfluss auf die US-Politik zu nehmen.

Disney stellt mit der Übernahme die Weichen für einen Großangriff im boomenden Streaming-Markt. Der Konzern will 2019 einen Online-Video-Service starten, der mit Netflix konkurrieren soll. Bereits 2018 soll der unter sinkenden Abo-Zahlen leidende Sportsender ESPN als Internet-Dienst starten.

Durch die Fox-Akquisition sichert sich Disney weitere exklusive Produktionen. Mit den „Simpsons“, Shows wie „Empire“, im Bezahlsender FX laufenden Serien wie „Fargo“ und Kinohits wie „Avatar“ feierte der Murdoch-Konzern große Erfolge.

Das Firmenreich des Medienmoguls, der für aggressive Zukäufe steht, zerfällt mit dem Verkauf weiter. Im Zuge des Abhörskandals beim britischen Boulevardblatt „News of the World“ hatte er bereits sein Zeitungsgeschäft, zu dem das „Wall Street Journal“ und die „New York Post“ gehören, vom restlichen Konzern getrennt.

LN

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