Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Mit dem Biomikroskop zu besserem Durchblick
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Mit dem Biomikroskop zu besserem Durchblick
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:14 02.09.2017
Vor dem großen Biomikroskop prüft Augenoptikermeister Mathias Raschka (39) eine Kontaktlinse. Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob
Anzeige
Lübeck

Es sind vergleichsweise kleine, diffizile Teile, mit denen sich Mathias Raschka täglich befasst. Der Augenoptikermeister aus dem Lübecker „Contactlinsen-Institut Valtinat & Brach“ bedient sich indes einer großen Technik, um Kontaktlinsen auf individuelle Anforderungen und Kundenwünsche anzupassen. Als erstes verschafft sich der Experte einen Überblick. Dafür nutzt er ein Biomikroskop, welches allein einen wesentlichen Teil des Raumes im Institut ausfüllt, um das Auge insgesamt vergrößert zu sehen. „Wir müssen uns die verschiedenen Schichten anschauen und auf viele Dinge bei der Kontaktlinsenanpassung achten“, erklärt Raschka. Jeder Schritt werde mit Bildern oder Videos dokumentiert.

Augenoptikermeister Mathias Raschka (39) nimmt jede Kontaktlinse unter die Lupe.

„So können wir auch Jahre später Vergleiche anstellen. Festgehalten wird auch, ob der Körper des Linsenträgers das Material gut verträgt“, sagt der Augenoptikermeister. Geprüft wird auch, wie dick der Tränenfilm ist. „Es werden verschiedene Schichten im vorderen Augenabschnitt analysiert, um zu sehen, wie die Tränen hin und her fließen, welche Konsistenz sie haben, weil das einen Einfluss auf das komfortable Tragen von Kontaktlinsen hat“, so der Experte. Ausgewählt wird auch das für den Träger geeignete Material, damit die Feuchtigkeit optimal gespeichert und wieder abgegeben werden kann – viele kleine Schritte mit einer großen Wirkung. Bevor sich Raschka an das Mikroskop setzt, steht das Vorgespräch mit der Analyse, was sich der Kunde wünscht und welche Voraussetzungen erforderlich sind. Die Daten werden an den Kontaktlinsenhersteller übermittelt. Der formt per Frästechnik maßgenau die Linsen.

Ein wichtiger Arbeitsschritt Raschkas ist das Prüfen der fertigen Linse. Der Augenoptikermeister nimmt sie zwischen Daumen und Zeigefinger und kontrolliert das Produkt auf Konsistenz, Form und Oberfläche oder Beschädigungen – „und ob sie optimal auf dem Auge sitzen kann“. Danach steht der Sehtest an. Wenn der Kunde die Linse selbst einsetzt, wird sie noch einmal auf die Trageeigenschaften geprüft. Und wieder kommt das große Biomikroskop zum Einsatz, damit geprüft werden kann, wie sich die Linsen bewegen und wie sie sitzen – die kleinen Teile mit der großen Technik im Hintergrund.

Spezielle Linsen

Das Hauptbetätigungsfeld des vierköpfigen Instituts sind Speziallinsen, aber auch normale Linsen für kleine Kurzsichtigkeiten, für Menschen, die die Sehhilfen beispielsweise nur tagsüber tragen wollen. Medizinische Indikationen sind Augenkrankheiten und Verletzungen. Auch Babys, die einen grauen Star hatten, bekommen Speziallinsen. Das Institut arbeitet mit Kliniken zusammen. 2018 feiert Valtinat & Brach sein 35-jähriges Bestehen. Dann übernimmt Mathias Raschka die Firma von Uwe Brach.

Rüdiger Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Meyers Marktplatz: Der Blick auf die Börsenwoche.

02.09.2017

Messe „Husum Wind“ zeigt intelligente Lösungen.

02.09.2017

Ifa in Berlin wartet mit Geräten anderer Hersteller auf, die ihr Publikum suchen.

02.09.2017
Anzeige