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Mit frischen Firmenideen zum Erfolg

LN-Existenzgründerpreis Mit frischen Firmenideen zum Erfolg

Zum sechsten Mal zeichneten am Mittwoch Abend die Lübecker Nachrichten und Juwelier Mahlberg mutige Unternehmer aus. Die Firma Patientus, die Online-Sprechstunden entwickelt hat, bekam den LN-Existenzgründerpreis 2016.

Lübeck. Jonathan von Gratkowski strahlt. „Das ist absolut super! Ich freue mich sehr“, sagt der 31-Jährige. Mit der Firma Patientus, die er und seine beiden Mitstreiter Nicolas Schulwitz und Christo Stoyanov aufgebaut haben, hat er gerade den LN-Existenzgründerpreis aus den Händen von Preisstifter Gregor Wintersteller erhalten. Es ist der Höhepunkt des Abends in den Lübecker Media Docks, an dem sechs interessante Firmenideen vorgestellt und gefeiert werden.

Zum sechsten Mal zeichneten gestern Abend die Lübecker Nachrichten und Juwelier Mahlberg die besten Existenzgründer aus.

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Die Idee der Online-Sprechstunde mit Ärzten hat die Jury überzeugt. Das Angebot sei keine Konkurrenz, sondern das „Bindeglied zwischen Ärzten und Patienten“, erzählt der Firmengründer dem Moderator des Abends, dem stellvertretenden LN-Chefredakteur Lars Fetköter. Die Idee: Patienten mit ernsten oder chronischen Krankheiten können am heimischen Computer ihren Arzt konsultieren. „Gerade in ländlichen Regionen sind viele glücklich darüber, dass es die Möglichkeit gibt“, erzählt von Gratkowski. „Und die großen Kassen machen alle mit.“

Patientus hat sich gegen zwei starke Mitbewerber durchgesetzt. Karsten Lutz hat mit Simon Jost „Improving Earth“ gegründet. Sie wollen „Smooth Panda“, nachwachsendes Toilettenpapier aus Bambus, in Deutschland vermarkten. Die Idee dazu hatte Lutz bei einer Reise nach Thailand. 35 bis 40 Händler arbeiten schon mit dem Duo zusammen. Peer Langemak aus Wahlstedt hatte mit seiner Firma „Noordforce“ die Idee zu Beleuchtungen, die mit Windkraft betrieben werden. „Von Gemeinden kommen immer öfter Anfragen nach einzeln stehenden Leuchten“, erklärt er. Auf der Insel Juist steht seine erste Anlage an einem Wanderweg. Das Gerät ist so konzipiert, dass es auch zehn Tage ohne Wind leuchtet — durch die gepufferte Energie im Akku.

„Man lernt hier viele mutige Menschen kennen“, lobt Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), der Schirmherr. „Sie haben wirklich etwas gewagt, haben eine kreative Idee zur Geschäftsidee gemacht.

Alle 40 Bewerber haben schon große Aufmerksamkeit bekommen.“

Riesige Freude herrscht auch bei Tobias Michelsen. Der 53-Jährige gewinnt mit seinem Unternehmen Sailaway Watersports den mit 3000 Euro dotierten Innovations- und Mutpreis. „Ich bin einfach nur überwältigt“, sagt er. „Den Preis zu gewinnen, macht mir Mut, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass andere Menschen auch der Meinung sind, dass Inklusion ein wichtiges Thema ist.“ Michelsen hat im vergangenen Jahr in Großenbrode eine Wassersportschule eröffnet, an deren Kursen auch Menschen mit jeglichen Behinderungen teilnehmen können.

„Ich erlebe dabei immer wieder, wie mutig Menschen mit Behinderungen sind“, sagt Michelsen, der auch Vorbild für andere Wassersportschulen sein möchte. Begleitet wird er zur Preisverleihung von seiner Frau Martina, seinem Bruder Niko sowie seinen Kindern Maya (12) und Max (15). „Ohne ihre Hilfe hätte das alles nicht geklappt“, sagt er. „Dafür möchte ich mich bedanken.“ Glückwünsche gibt es auch von den beiden anderen Nominierten, dem Bad Schwartauer Thorsten Dahl und dem Lübecker Christoph Rode. Dahl hat nach 26 Jahren als Polizist umgesattelt und das Fitnessstudio Workout eröffnet.

„Es war ein Zufall“, sagt der 46-Jährige. „In Bad Schwartau wurde ein Studio frei und ich habe die Chance ergriffen. Das kam aus dem Herzen heraus und mir gar nicht so mutig vor.“

Christoph Rode wurde von Kollegen, Freunden und der Familie auf seine Geschäftsidee gebracht. „Ich habe sie immer gern durch Lübeck geführt“, sagt der 44-Jährige. „Sie fanden das so toll und haben mich gefragt, wieso ich nicht einen Beruf daraus mache.“ Rode folgte dem Vorschlag und bietet nun mit seiner Firma „Lübecker Kultouren“ individuelle Rundgänge durch die Hansestadt an.

Auch die Preisträger des vergangenen Jahres sind wieder in den Media Docks zu Gast. „Der Mutmacherpreis hat uns einen ordentlichen Schub gegeben“, sagt Gabriele Thiele, die mit ihren Kindern die Marzilade erfunden hat, eine Mischung aus Marzipan und Marmelade. Fast eine Tonne Marzipan hat die Unternehmerin schon verarbeitet, 100 Einzelhändler haben den süßen Brotaufstrich inzwischen im Sortiment. Julia Mülling und Niklas Jessen, die Gewinner des Existenzgründerpreises 2015, haben mittlerweile eine kleine Tochter, Tilda. „Der Preis war eine tolle Sache“, erzählt Jessen. Das Paar hat das Preisgeld in die Erweiterung der Werkstatt gesteckt — ihre Firma hat jetzt schon zehn Mitarbeiter.

„Es ist eine große Freude für mich, diesen Preis zu spendieren. Ich mache das von Herzen gerne“, sagt Gregor Wintersteller, der vor sechs Jahren die Idee dazu hatte. Der Neuauflage im kommenden Jahr steht nichts im Weg. „Es macht einen mörderischen Spaß mit Ihnen, das machen wir nächstes Jahr wieder“, sagt er zu Moderator Lars Fetköter.

Von Christian Risch und Janina Dietrich

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