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Molkerei-Konsortium im Norden?

Kiel Molkerei-Konsortium im Norden?

CDU schlägt Wirtschaftsmodell gegen den Verfall der Milchpreise vor.

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Ingbert Liebing (CDU) will Macht der Discounter brechen.

Quelle: dpa

Kiel. Der Verfall des Milchpreises setzt die Landwirte im Norden massiv unter Druck. Die CDU in Schleswig-Holstein will den Bauern jetzt helfen. Eine Vermarktungsplattform für Molkereiprodukte soll die Macht des Handels brechen und den Erzeugern bessere Preise ermöglichen. Allerdings ist selbst der Bauernverband skeptisch, ob dieses Modell funktioniert.

Für die Landwirte sei Milchviehhaltung bereits ein Zuschussgeschäft, sagt CDU-Landeschef Ingbert Liebing. Dennoch werde der Milchpreis aufgrund des Wegfalls der Milchquote, des Russland-Embargos und des schwächelnden China-Geschäfts weiter sinken. Die Politik müsse sich jetzt darum kümmern. „Denn das Hauptproblem ist die zu große Marktmacht der Discounter. Die gilt es zu begrenzen“, begründet Liebing die Initiative.

Die CDU hat dafür jetzt einen Antrag in den Landtag eingebracht, der die Gründung einer gemeinsamen Plattform für Molkereien vorsieht. Gemeinsam, so die Idee, sollen die Betriebe dann selbstbewusster gegenüber den Einzelhandelsdiscountern auftreten und bessere Preise durchsetzen können.

Der Bauernverband in Schleswig-Holstein begrüßt den Vorstoß zwar im Grundsatz. „Es gibt jedoch keine Garantie, dass so eine Plattform auch langfristig zu stabilen Preisen führen wird“, sagt Nicolai Wree, Referent für Milch, Vieh und Fleisch beim Bauernverband. Denn viele Milcherzeugnisse seien austauschbar. Insofern sei zweifelhaft, ob ein norddeutsches Molkerei-Konsortium wirklich genügend Marktmacht entwickeln könne, um die Handelskonzerne zu beeindrucken. Denn dieselben Produkte könnten die Händler im Zweifel auch aus anderen Regionen in Deutschland oder dem Ausland beziehen.

Gleichwohl sei es wichtig, die Potenziale einer solchen Plattform auszuloten.

Das grün-geführte Landwirtschaftsministerium in Kiel konnte gestern noch keine Bewertung abgeben. Bernd Voß, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, sprach jedoch von einer „Nebelkerze“. In einem überlaufenen Markt helfe nicht die Bündelung von Molkereien, sondern nur die Reduzierung der Milchmenge. Oliver Vogt

LN

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