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Munich Re testet Geldaufbewahrung im eigenen Haus

München Munich Re testet Geldaufbewahrung im eigenen Haus

Versicherungsriese leidet unter den Niedrigzinsen — Dritter Gewinnrückgang in Folge — Vorstandschef kritisiert die Bundesregierung.

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Nikolaus von Bomhard kritisiert die Zinspolitik der EZB.

Quelle: Fotos: Dpa

München. Die Geldaufbewahrung im eigenen Tresor statt bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist nicht nur für Sparkassen in Deutschland ein Thema: Auch der weltgrößte Rückversicherer Munich Re lagert eine zweistellige Millionensumme Bargeld im eigenen Haus. „Wir testen das jetzt mal“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard gestern. Man müsse ausprobieren, wie die Geldeinlagerung im eigenen Haus funktioniere und ob sich dadurch Kosten sparen ließen. Auch Gold habe die Munich Re eingelagert.

Anfang März war bekanntgeworden, dass mehrere Sparkassen darüber nachdenken, überschüssige Kundeneinlagen künftig im eigenen Tresor zu lagern, um die Strafzinsen für die Geldaufbewahrung bei der EZB zu vermeiden. Bisher handele es sich aber nur um ein theoretisches Szenario, hieß es.

Wegen der Niedrigzinsen und des Preiskampfs in der Branche stellt sich Munich Re auf den dritten Gewinnrückgang in Folge ein. Für das laufende Jahr gab von Bomhard gestern ein Gewinnziel von 2,3 bis 2,8 Milliarden Euro aus. Im vergangenen Jahr waren es noch 3,1 Milliarden Euro.

Die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank habe verheerende Auswirkungen auf die gesamte Branche und die Sparer in Deutschland. Der Top-Manager warf der Bundesregierung vor, tatenlos zuzusehen, wie das Vermögen der Menschen in Deutschland als Folge der Zinspolitik schwinde. Es sei in höchstem Maße befremdlich, dass sie sich angesichts der verhängnisvollen Politik der EZB nicht zu Wort melde. Denn die Umverteilung, die durch die Zinspolitik ausgelöst werde, treffe vor allem die Ärmeren. „Das kann man nicht einfach laufen lassen.“ Von Bomhard sprach von einer „Erosion des Rechts“, die mit Händen zu greifen sei. „Was wir sehen, besorgt uns in höchstem Maße.“

Von Bomhard zählt zu den schärfsten Kritikern der Zinspolitik der EZB und hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach zu Wort gemeldet. Am Dienstag war bekanntgeworden, dass er seinen Posten an der Spitze des Dax-Konzerns im kommenden Jahr an seinen Vorstandskollegen Joachim Wenning abgeben will.

Nachdem die Kapitalanlagen des Konzerns 2015 mit 7,5 Milliarden Euro bereits sechs Prozent weniger abwarfen als 2014, erwartet von Bomhard im laufenden Jahr einen weiteren Rückgang auf sieben Milliarden Euro. Als Konsequenz daraus hat die Konzerntochter Ergo in der Lebensversicherung auf neuartige Verträge ohne klassischen Garantiezins umgeschaltet. Zudem treibt sie das Online-Geschäft voran. Ergo-Chef Markus Rieß strukturiert die Gruppe neu in drei Säulen. Genauere Pläne zum Umbau des Erstversicherers will er im zweiten Quartal vorstellen.

LN

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