Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Musikveranstalter überprüfen ihre Sicherheitskonzepte
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Musikveranstalter überprüfen ihre Sicherheitskonzepte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:12 24.05.2017
Fans müssen sich in Zukunft vor Konzerten – hier an der Neuen Nationalgalerie in Berlin – womöglich auf längere Wartezeiten einstellen. Quelle: Foto: Kalaene/dpa
Lübeck/Kiel

Erst das Pariser Bataclan, nun Manchester: Der Terrorismus hat auch die Musikbranche im Visier. Die Veranstalter von Konzerten und Festivals brüten nun über ohnehin schon verschärften Sicherheitskonzepten. Die Kontrollen dürften nach dem Anschlag noch strenger werden – auch im Norden. Erhöhte Wachsamkeit sei unerlässlich, sagt Marek Lieberberg, Geschäftsführer des Veranstalters Live Nation Deutschland, Österreich, Schweiz. Er bittet um Verständnis bei Fans, wenn Schutzmaßnahmen in Abstimmung mit Behörden weiter angepasst würden, konkret nennt er „intensive Bodychecks“. Zudem empfiehlt er Besuchern, unnötige Gegenstände zu Hause zu lassen.

„Die Sicherheit unserer Besucher hat bei uns stets oberste Priorität“, sagen Holger Hübner und Thomas Jensen, die Veranstalter des Wacken Open Air. 75000 Metal-Fans werden in zweieinhalb Monaten in dem Dorf im Kreis Steinburg erwartet. „Wir überarbeiten unser Sicherheitskonzept stetig und reagieren selbstverständlich auch auf aktuelle Vorkommnisse“, heißt es mit Blick auf den Anschlag in Manchester. Die eingesetzten Polizisten, Sanitäter und Sicherheitsmitarbeiter seien dafür sensibilisiert und geschult.

Auch beim Schleswig-Holstein Musik Festival ist die Sicherheit Thema. Was die Vorkehrungen für die Konzerte betreffe, „stehen wir in engem und regelmäßigem Kontakt zu den Sicherheitsbehörden“, sagt Intendant Christian Kuhnt.

In Mecklenburg-Vorpommern haben mehrere Konzertveranstalter angekündigt, ihre Sicherheitskonzepte zu überprüfen. Der Rostocker Polizeichef Michael Ebert fordert Stadthalle und Hansemesse zu schärferen Kontrollen auf, zum Beispiel mithilfe von Metalldetektoren an den Eingängen. Die Barclaycard-Arena in Hamburg hat diese bereits im vergangenen September eingeführt. „Wir beurteilen unsere umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen und Anforderungen vor jedem Event“, sagt Sprecher Marc Oliver Pabst . „Unser oberstes Ziel ist die Schaffung eines sicheren Umfeldes für alle.“

Auflagen stießen indes nicht bei jedem Fan auf Begeisterung, sagt Karsten Seifert, Sprecher von Hannover Concerts. Dazu zähle beispielsweise das Verbot, Getränke mitzunehmen. Es sei noch nicht bei allen angekommen, wie wichtig „Safety First“ sei. „Es gibt immer noch Leute, die sich beschweren nach dem Motto: ,Ihr wollt nur Getränkeumsatz machen und Wucherpreise kassieren!’“, berichtet er.

„Eine hundertprozentige Sicherheit kann es bei keiner Großveranstaltung geben“, sagt Jens Michow, der Präsident des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft. Auch gelte es zu bedenken, dass alle Maßnahmen nur im Sicherheitsbereich eines Konzerts oder eines Festivals griffen. Dennoch rechnet er in Zukunft nicht mit weniger Besuchern. Auch der Hamburger Veranstalter FKP Scorpio sagt: „Wir möchten und werden Terroristen nicht die Genugtuung geben, dass wir jetzt alle Veranstaltungen absagen und uns unsere Freiheit, unsere Freude und unsere Begeisterung für Musik nehmen lassen.“

jd

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zweiter internationaler Autoriese hat eine Klage der US-Justiz am Hals – Auch Daimler im Visier.

24.05.2017

Nach monatelangen Verzögerungen hat die Linienreederei Hapag-Lloyd die Fusion mit der arabischen Reederei UASC unter Dach und Fach gebracht.

24.05.2017

Über die Gefahren im Netz wissen die Menschen in Deutschland zwar stetig mehr als in den Jahren zuvor. Allerdings sinkt ihre Bereitschaft, entsprechende Schutzmaßnahmen anzuwenden.

24.05.2017