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Nabu-Studie: Kaum Bedarf für Belttunnel

Berlin Nabu-Studie: Kaum Bedarf für Belttunnel

Statt Milliardenausgaben für feste Verbindung nach Dänemark sollte Jütland-Route ausgebaut werden.

Berlin. Eine neue Studie im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) stellt den geplanten Fehmarnbelt-Tunnel grundsätzlich infrage. Das Hamburger Beratungsunternehmen Hanseatic Transport Consultancy (HTC) hatte die Entwicklung der schienengebundenen Verkehrsströme zwischen dem europäischen Festland und Skandinavien untersucht. Das gestern in Berlin vorgestellte Fazit lautete: Der Bedarf für einen Neubau entlang des Fehmarnbelts ist schlicht nicht vorhanden. So erläuterte es Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Das Aufkommen im Schienengüterverkehr nach Skandinavien stagniere seit Jahren. Der Eisenbahngüterverkehr „mit Quelle und Ziel in Dänemark“ sei seit Jahren rückläufig und befinde sich auf einem niedrigen Niveau, heißt es in der HTC-Studie. Auch nach der Bekräftigung durch das Kopenhagener Parlament vom 4. März, den Tunnel auf jeden Fall zu bauen, sei der Bedarf für das Vorhaben grundsätzlich fraglich. Die von Dänemark von der EU erwarteten Zuschüsse von 1,7 Milliarden Euro seien „ungerechtfertigt“, meinte der Nabu-Chef. Stattdessen plädierte die Organisation für den Ausbau der bestehenden Jütlandroute an Flensburg vorbei. Statt insgesamt zwölf Milliarden Euro in den Straßen-Schienentunnel sowie die Hinterlandanbindungen am Fehmarnbelt zu investieren, könne die bestehende Schienentrasse „für einen Bruchteil des Geldes“ ertüchtigt werden, sagte der Nabu-Verkehrsexperte Malte Siegert den LN. Wenn der Fehmarnbelt-Tunnel in Betrieb gehen sollte, würde er einen Großteil des Schienenverkehrs von der Jütland-Route abziehen. Siegert kritisierte zugleich, dass diese Verbindung gar nicht als Alternative zum Tunnel geprüft worden sei. Damit hätten Dänemark und Deutschland, die einen Staatsvertrag über das Megaprojekt abgeschlossen haben, gegen geltendes EU-Recht verstoßen. Die neue Studie werde nach Brüssel versandt. Auch der Linken-Verkehrsexperte Herbert Behrens meinte, der Tunnel sei „weder volkswirtschaftlich noch verkehrstechnisch zu rechtfertigen“. Dagegen erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Volker Dornquast, der Nabu lasse kein Mittel aus, um in der Bevölkerung Stimmung gegen das Projekt zu machen.

Von Reinhard Zweigler

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