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Nabu kritisiert mangelhafte Planung des Belttunnels

Kopenhagen/Puttgarden Nabu kritisiert mangelhafte Planung des Belttunnels

Streit zwischen Naturschützern und Projektgesellschaft — Vorhaben soll auf den Prüfstand — Dänen beklagen mangelnde Dialogbereitschaft.

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Der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland übt scharfe Kritik: Bei der festen Fehmarnbeltquerung gebe es „schwere Planungsmängel“.

Quelle: dpa

Kopenhagen. Der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland übt scharfe Kritik: Bei der festen Fehmarnbeltquerung gebe es „schwere Planungsmängel“. Europas teuerstes Infrastrukturprojekt sei ökologisch höchst riskant. Der Nabu fordert deshalb „eine grundsätzliche Überprüfung des Vorhabens“. Das sagten Nabu-Vertreter in der deutsch-dänischen Handelskammer in Kopenhagen. Ihre Kritik machen die Naturschützer vor allem an den jüngst abgeschlossenen Erörterungsterminen fest.

Vor den Terminen habe die staatseigene dänische Planungsfirma Femern A/S umfangreiche und unangreifbare Unterlagen versprochen. „Davon blieb allerdings nicht mehr übrig als eine leere PR-Hülle“, beklagte Eick von Ruschkowski, Leiter des Fachbereichs Natur- und Umweltschutz beim Nabu-Bundesverband. Es sei jetzt klar, dass Femern A/S mit einer Planergänzung „umfangreich nachbessern“ müsse.

Bei den Erörterungsterminen sei erneut deutlich geworden, dass der Bedarf für das „ökologisch höchst riskante Vorhaben“ sich auf keine gesicherten Verkehrsprognosen oder unabhängige volkswirtschaftliche Bewertungen gründe, sondern einzig auf den deutsch-dänischen Staatsvertrag. Die europarechtlich vorgeschriebene Prüfung möglicher Alternativen, etwa der Ausbau der bestehenden Jütlandroute, habe nicht stattgefunden. „Wenn ein solch gigantisches Projekt nur auf einem Stück Papier als Ausdruck politischer Willensbekundung zweier Staaten fußt, ist das eindeutig zu wenig“, sagte von Ruschkowski. Dafür ständen Milliarden an Steuergeldern sowie massive Folgeschäden für die Meeresumwelt auf dem Spiel.

Die Nabu-Vertreter beklagten weiter, dass bisherige Verkehrsprognosen für den Fehmarnbelttunnel alternative Verkehrswege „weitgehend vernachlässigten“. Gemeint sind die Fährverbindungen zwischen Travemünde und Trelleborg (Schweden) und von Rostock nach Gedser (Dänemark). Auch die unmittelbare Konkurrenz durch den weiter bestehenden Fährverkehr zwischen Puttgarden und Rødby leugneten die Planer „im Großen und Ganzen“. „Mit derart veralteten Zahlen bei einer Erörterung aufzutauchen, um dann gleich eine neue Prognose einschließlich des Fährverkehrs anzukündigen, ist ziemlich dreist“, sagte Nabu-Fehmarnbeltexperte Malte Siegert. Rechtlich bedenklich sei zudem, dass der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) einerseits als Vorhabenträger für Teile der Fehmarnbeltquerung auftrete, andererseits die Vorhaben als zuständige Planfeststellungsbehörde prüfe und genehmige. „Wie hier keine Befangenheit vorliegen kann, müssen die Vorhabenträger den Gerichten erst einmal erklären“, so Siegert.

Zeitgleich machte Femern A/S bekannt, dass der Nabu ein ihm unterbreitetes Gesprächsangebot ausgeschlagen habe. „Wir haben in der Vergangenheit beim Bau der Öresundquerung gute Erfahrungen mit diesem offenen Ansatz gegenüber dänischen und schwedischen Umweltorganisationen gemacht“, schreibt Projektdirektor Claus H. Dynesen an den Nabu. Auf dänischer Seite sei der Austausch zu Umweltauswirkungen des Fehmarnbelttunnels ebenfalls sehr konstruktiv verlaufen. Femern A/S sei stets an konstruktiven Gesprächen mit den Umweltorganisationen interessiert. Die Planer verweisen ihrerseits darauf, dass für das Projekt „die umfangreichsten und sorgfältigsten Umweltuntersuchungen in der Geschichte Dänemarks“ durchgeführt worden seien.  

Curd Tönnemann

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