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Naturschützer überzeugt: Fipronil auch im Geflügel

Kuddewörde/Kiel Naturschützer überzeugt: Fipronil auch im Geflügel

BUND wirft Bundesregierung und Bauernverband „Kompetenzversagen“ vor – Verbraucherschutzministerium widerspricht.

Kuddewörde/Kiel. Nicht nur Eier, auch das Fleisch von Hühnern und Puten könne mit dem Insektizid Fipronil belastet sein, warnt der Bund für Naturschutz (BUND). „Die mit Fipronil vergifteten Hühnereier sind möglicherweise nur die Spitze des Eisberges“, sagt Hans-Heinrich Stamer, Vorstandsmitglied des BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg. Nach menschlichem Ermessen sei davon auszugehen, dass insbesondere auch das Fleisch der Hühner belastet sei. Es sei darum weitergehend zu prüfen, ob Fipronil auch in Hähnchen- und Putenmastanlagen angewendet wurde.

Das Kieler Verbraucherschutzministerium wies die Vorwürfe gestern zurück. „Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es keine Verdachtsmomente, die auf eine gesundheitlich bedenkliche Belastung von Hühnerfleisch mit Fipronil hindeuten. Das entspricht auch der Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Diese gilt auch für Schleswig-Holstein“, informierte Ministeriumssprecher Wolf Gehrmann.

Mit Blick auf die bundesweite Diskussion um Hühnerfleisch habe das Ministerium sicherheitshalber vorsorglich landesweit stichprobenartige Kontrollen von Hühnerfleisch eingeleitet. Das Landeslabor werde dafür Masthühnchen aus ausgewählten Erzeugerbetrieben untersuchen, so Gehrmann.

Stamer wirft Bundesregierung und Bauernverband dennoch „ein schweres Kompetenzversagen“ vor. Die Haltungsbedingungen in der konventionell-chemischen Landwirtschaft seien in erster Linie verantwortlich für den Missstand. „So werden ganz legal künstliche Produktionsräume geschaffen, in denen sich Schadinsekten massenhaft ausbreiten können, die Hühner mit ihren natürlichen Abwehrstrategien wie das Sandbaden sich aber nicht gegen die Zecken, Milben und Flöhe wehren können, weil es in den Stallanlagen keine Sandbäder gibt.“ Die Massentierhaltung müsse insgesamt grundlegend überdacht werden. Dies fordere der BUND seit Jahren.

stö

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