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Neue Fähre „Berlin“: Endlich läuft’s rund

Rostock Neue Fähre „Berlin“: Endlich läuft’s rund

Anfangsschwierigkeiten des Hybrid-Schiffes sind überwunden – Probleme noch durch Kontrollen in Dänemark.

Rostock/Gedser. Wenn die Fähre „Berlin“ auf den Hafen im dänischen Gedser zufährt, können dem Laien Bedenken kommen: Man mag kaum glauben, dass das 169 Meter lange Schiff in das kleine Hafenbecken passen soll. Mit sieben Knoten (knapp 13 km/h) wird die Mole passiert, es bleiben nur wenige hundert Meter, um die Fähre der Reederei Scandlines auf Null abzubremsen. Wenn sich dann auch noch die fast 20 Meter große Bugklappe öffnet, scheint es, als ob das Schiff die Hafenanlage verschlingen wolle.

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Anfangsschwierigkeiten des Hybrid-Schiffes sind überwunden – Probleme noch durch Kontrollen in Dänemark.

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Doch wie immer stoppt Kapitän Hartmut Adam die „Berlin“ rechtzeitig. „Größer dürfen die Fähren nicht mehr werden“, sagt der 51-Jährige nach erfolgreichem Manöver. Denn die „Berlin“ würde der Länge nach gerade zwei Mal ins Hafenbecken passen. Innerhalb kürzester Zeit verlassen Hunderte Autos, Lkw und Passagiere die Decks und die Fähre füllt sich wieder. Nach 15 Minuten legt die „Berlin“ wieder ab und macht sich auf den Weg nach Rostock.

Das war nicht von Anfang an so: Nach der Indienststellung der Fähre Anfang Mai hatte es zunächst noch technische Probleme gegeben. So war die Krängungsanlage, die die Neigung des Schiffes verhindern soll, nicht richtig eingestellt, was beim Be- und Entladen zu Verzögerungen führte. „Bis zu zwei Grad Neigung sind in Ordnung“, erklärt Adam. Wenn die Ladung jedoch ungleich verteilt war, konnte es zu Beginn auch mehr werden. Die Folge: Die Laderampe lag nicht mehr richtig auf, der Ladevorgang stockte. „Inzwischen wurde die Anlage jedoch bei laufendem Betrieb nachgebessert“, zeigt sich der Kapitän zufrieden.

Auch weil die Crew inzwischen gut eingespielt ist, gibt es kaum noch Verspätungen. „In der Nebensaison halten wir die 15-Minuten- Frist zu 95 Prozent ein“, sagt Adam. Jetzt in der Hauptsaison könne es aber durchaus 20 Minuten dauern. Der Grund dafür ist ein erfreulicher – zumindest für die Reederei: „Wir sind überrascht, dass wir die Fähre in so kurzer Zeit voll bekommen haben“, sagt Adam mit Blick auf die Auslastung. Und bei voller Beladung dauere der Hafenaufenthalt ein paar Minuten länger.

Der Tagesrekord bei Passagieren liege derzeit bei 9000 – bei zehn Fahrten macht das im Schnitt 900. Auf der inzwischen verkauften Vorgänger-Fähre, der „Prins Joachim“, lag der Rekord bei rund 5000. Bei den Autos liegt der Höchstwert auf der „Berlin“ bei 322 bei einer Überfahrt. „Wenn das weiter so gut läuft, werden wir darüber nachdenken müssen, eine dritte und vierte Fähre auf der Strecke fahren zu lassen und den Zeittakt von anderthalb auf eine Stunde zu verkürzen“, sagt Adam.

Ein Problem gibt es aber doch noch: „Wegen der wieder eingeführten Personenkontrollen in Dänemark kommt es in Gedser zu Staus“, erklärt der Kapitän. Das führe dazu, dass die Autos, die von der „Berlin“ runterfahren, sich mit denen, die im Hafen warten, ins Gehege kommen, weil nicht genug Platz auf dem Hafengelände ist.

Wieder unterwegs auf der Ostsee sind die Probleme an Land aber schnell vergessen. Auf der Brücke der „Berlin“ zeigen zahlreiche Monitore den Zustand des modernen Hybridantriebs an. Die „Berlin“ fährt mit einer Kombination aus Diesel- und Elektroaggregaten. Ein großer roter Pfeil auf dem Display zeigt an, dass die Batterien Energie einspeisen und so dazu beitragen, in der Hafenanfahrt und in Küstennähe Treibstoff zu sparen. Auf hoher See wird der Pfeil dann grün: Die Batterien werden jetzt von den Schiffsdieseln aufgeladen. Im Schiffsbauch sieht der Zweite Technische Offizier Arne Simmen nach den 130 Lithium-Ionen-Akkus. An jedem leuchten blaue Lichter, es sieht eher aus wie auf der Brücke eines Raumschiffs als in einem Maschinenraum. „Mit den Batterien haben wir keinerlei Probleme, auch das Zusammenspiel mit dem Diesel klappt reibungslos“, sagt Simmen. „Es ist interessant, diese neue Technik zu erleben .“

Rechtzeitig vor der Ankunft in Rostock sind die Batterien wieder aufgeladen, so dass sie in der Ansteuerung auf den Seehafen etwa die Hälfte zur Leistung beitragen können. Pünktlich legt die „Berlin“

an und nach einer Viertelstunde geht es wieder Richtung Gedser.

Axel Büssem

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