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Wirtschaft im Norden Neue Schönheiten: Barbie hat jetzt Bauch
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11:48 31.01.2016
„Rappelkiste“-Mitarbeiterin Britta Lasecki (51) zeigt Lena (10) sportliche Barbies. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

New York. Die Maße 99-46-84 waren gestern. Barbie präsentiert sich im neuen Look. Die Puppe geht mit der Zeit und verändert ihren Typ. Der US-Spielzeughersteller Mattel gibt nach mehr als einem halben Jahrhundert das stereotype Frauenbild der Barbie auf und bringt neben der bekannten Barbie große, kleine und kurvige Modelle auf den Markt. Zudem gibt es ein breitgefächertes Spektrum an Hauttönen, Haarfarben und Frisuren.

„Dank der Vielfalt an Puppenkörpern, Looks und Stilen kann nun jedes Mädchen die Puppen auswählen, die ihr am meisten gefallen und Personen aus ihrem Umfeld ähnlich sind“, sagt Evelyn Mazzocco, Barbie General Managerin. 92 Prozent der amerikanischen Mädchen zwischen drei und zwölf Jahren besitzen eine Barbie. Ihr Verkauf in mehr als 150 Ländern weltweit bringt Mattel etwa eine Milliarde US-Dollar (910 Millionen Euro) pro Jahr ein. Auch in Deutschland ist die Barbie sehr beliebt, im Spielwarengeschäft „Rappelkiste“ in Lübeck stehen die Puppen in vielen Varianten im Regal.

Neben breithüftigen Barbies mit blonder Mähne soll es künftig auch zierliche mit asiatischen Zügen, dunkelhäutige, Latino- oder rothaarig-blasse Barbies geben. Auch eine hochgewachsene Blondine mit Undercut ist im Angebot. Bereits 2015 hatte Mattel die Barbie-Palette um 23 Puppen mit unterschiedlichen Hauttönen und auch einem normalen, flachen Fuß erweitert.

Die Chefin des Spielwaren-Ladens „Kuschelbär“ in Bad Segeberg, Julia Albrecht, bewertet das Umdenken bei Mattel positiv. „Normal proportionierte beziehungsweise mollige Barbies schaffen ein anderes Vorbild“, sagt Albrecht. Obwohl seit Jahren mit Eisprinzessin Elsa aus „Frozen“ eine direkte Konkurrentin auf dem Markt ist, bleibt Barbie ein altersloses Schönheits-Symbol für die Mädchen. „Wenn es möglich ist, dann möchte jedes Mädchen eine Barbie.“

Paula hat ganz viele zu Hause. „Am liebsten spiele ich mit der Rapunzel-Barbie“, sagt die Siebenjährige. Auch Filippa ist Barbie-Fan. Mit einer molligen oder andersfarbigen Barbie würde sie zwar spielen. „Aber nur, wenn es keine andere gibt“, sagt die Siebenjährige. Nina Lendt würde sich freuen, wenn ihre Tochter Marlena (8) mit anders aussehenden Puppen spielt als die figurbetonten, extrem dünnen und langbeinigen Blondinen. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt die 46-Jährige. Auch Barbie-Managerin Evelyn Mazzocco ist der Meinung. „Wir haben die Verantwortung, Mädchen und Eltern eine breitere Auffassung von Schönheit zu präsentieren“, sagt sie.

Jochen Fischer, Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie aus Lübeck, hält die Erweiterung des Barbie-Repertoires für „eher sinnvoll“. „Mit Vielfalt können Kinder Toleranz gegenüber anderem Aussehen einüben“, sagt Fischer. Sinnvoller wäre es jedoch, wenn Kinder mit echten anders aussehenden Menschen in Kontakt treten. Immerhin lernen Mädchen nun mehr Vielfalt als bisher mit Barbies kennen, deshalb reagieren sie nicht ganz so verblüfft auf die Vielfalt echter Menschen.

Zunächst gibt es die neuen Schönheiten nur online, im Laufe des Frühjahrs sind sie weltweit im Handel erhältlich.

Geschichte der Barbie

1959 wurde die erste Barbie-Puppe von Mattel in New York produziert. Als Vorbild diente Mattel-Gründern Ruth Handler eine 30 Zentimeter große „Bild“- Lilli, die Reinhard Beuthien für die Zeitung zeichnete und die seit 1955 auf dem Markt war. Barbie ist benannt nach der Tochter des Ehepaares Ruth und Elliott Handler:
Barbara.
1961 wurde Barbies fester Freund Ken vorgestellt, benannt nach Handlers Sohn Kenneth. Im Jahr 2004 hatte sich das Paar getrennt. Doch pünktlich zum Valentinstag 2011 konnte Ken seine Barbie zurückerobern.

Beke Zill

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