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Wirtschaft im Norden Neue Sensortechnik für Brücken
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22:14 15.09.2016
Oliver Schuldt (l.) und Stefan Fischer informieren die Zuhörer über Brückenschäden und den Werkstoff Beton. Quelle: Lutz Roeßler

Werden unsere Brückenbauwerke künftig mit moderner Informationstechnologie kontrolliert? Erste Versuche der Universität zu Lübeck liefen sehr erfolgreich. Das berichtete Stefan Fischer, Direktor des Instituts für Telematik, gestern im Rahmen der Vortragsreihe „Wissenschaft an der Werkbank“. Vor gut 20 Zuhörern stellte er bei der Firmengruppe Schütt in Lübeck ein Bauwerksmanagement vor, das mit Sensornetzen arbeitet.

„Dabei werden kleine Sensoren und sogenannte Sensorknoten an der Brücke befestigt, die die Werte erfassen und weiterleiten“, erklärte der Professor. Der Vorteil: Sie sind batteriebetrieben und damit recht kostengünstig sowie flexibel erweiterbar. An elf Stellen wurden beispielsweise die Rissbreiten im Beton einer 75 Meter langen Brücke über die B 206 in Bad Segeberg gemessen. Rund ein halbes Jahr lief das Versuchsprojekt – offenbar fehlerfrei.

Das Bundesverkehrsministerium will die Sensornetztechnologie aus Lübeck jetzt an einem Autobahnkreuz nahe Nürnberg erproben, erklärte Fischer, der das Überwachungssystem an seinem Institut gemeinsam mit dem Lübecker Softwareunternehmen Coalesences und der Roch Services GmbH aus Lübeck entwickelt hat. „Ziel ist es, die Sensorik als Erstausstattung für Brücken einzubauen.“ Sie könnte die manuelle Inspektion der Bauwerke ergänzen. Auch die Deutsche Bahn hat schon Interesse gezeigt. Sie habe angefragt, ob die Technik auch für Tunnel einsetzbar sei, sagte Fischer.

Angesichts vieler maroder Brückenbauwerke zeigte sich Gastgeber Oliver Schuldt, Geschäftsführer der Schütt-Baugesellschaft, erleichtert, „dass wir keine Brücken bauen“. Er berichtete von den Arbeitsbedingungen im Rohbau. Als flüssiger Werkstoff habe Beton viele Unwägbarkeiten. „Das ist kein einfacher Werkstoff“, betonte er.

Die Vortragsreihe in Betrieben, die Handwerkskammer Lübeck und Wissenschaftsmanagement organisieren, lädt in loser Folge zu kurzen Vorträgen ein. „Damit wollen wir Wissenschaft und Alltag miteinander vernetzen“, sagte Wissenschaftsmanagerin Iris Klaßen.

Die nächste Veranstaltung ist für den 17. November geplant. Das Thema: Social Media – über den Tod hinaus? Es referiert Professor Monique Janneck von der FH Lübeck im Bestattungsunternehmen Dabringhaus.

• Anmeldung und Information unter www.hwk-luebeck.de/wissenschaft

jup

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