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Wirtschaft im Norden Neue Stromtrassen in den Süden später fertig
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20:17 07.06.2016

. Die für die Energiewende lebenswichtigen Strom-Autobahnen von Nord- nach Süddeutschland verzögern sich durch die geplante unterirdische Verlegung voraussichtlich um mehrere Jahre. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur hervor. Behördenchef Jochen Homann verteidigte den von Bund und Ländern gewollten Vorrang für unterirdische Kabel: „Erdkabel können uns helfen, Akzeptanz für den Netzausbau zu schaffen. Das Erdkabelgesetz verzögert den Netzausbau daher nicht, es macht ihn erst möglich“, sagte er. Das Gesetz war Ende 2015 verabschiedet worden, um erheblichen Widerständen aus der Bevölkerung gegen große neue Stromtrassen entgegenzukommen. Die Bundesregierung hofft dadurch auf eine schnellere Umsetzung der großen Leitungsvorhaben mit weniger Klagen. Der Vorrang für Erdkabel bei Gleichstrom- Trassen, der die Baukosten für die Netze um mehrere Milliarden erhöhen wird, war auch ein Zugeständnis von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel an Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Der CSU- Chef hatte über Monate eine Einigung blockiert, weil er gegen vermeintliche „Monstertrassen“ in Bayern war. Die Verzögerungen entstehen, weil die Planungen neu aufgerollt werden müssen. Die Stromautobahnen sind nötig, um viel Windstrom aus dem Norden und Osten in die Industriezentren im Süden zu transportieren, wo 2022 die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden.

„Die Verzögerung bei Südlink ist sehenden Auges entstanden und politisch von der Bundesregierung und Bayern zu verantworten“, sagte der Kieler Energieminister Robert Habeck (Grüne).

Schleswig-Holstein habe den Ausbau der Stromnetze „so konsequent und schnell vorangetrieben wie kein anderer“. Die Netze im Norden seien bereits in wenigen Jahren fertig. „Aber die bundesweite Energiewende kann nur mit Südlink funktionieren. Der Bundesregierung hängt hier dem Zeitplan extrem hinterher.“ Nach dem Bericht der Netzagentur wird die sogenannte Südl ink-Trasse – die 800 Kilometer lange „Hauptschlagader“ der Energiewende – vom Norden nach Bayern und weiter nach Baden-Württemberg erst 2025 fertig, drei Jahre später als geplant, andere Trassen ebenso.

LN

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