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Neuer HSH-Chef rüstet die Bank für den Verkauf

Hamburg Neuer HSH-Chef rüstet die Bank für den Verkauf

Stefan Ermisch sieht das Institut mit Verweis auf die Halbjahreszahlen auf gutem Kurs.

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„Wir sind mit ganz vielen Investoren für einen Verkauf der Bank im Gespräch.“ HSH-Vorstandschef Stefan Ermisch

Hamburg. . Der Vorstandschef der HSH Nordbank, Stefan Ermisch, sieht die Landesbank auf gutem Kurs für den von der EU geforderten Verkauf. Die Kernbank bewähre sich im Wettbewerb und zeige mit ihrem Vorsteuergewinn, starken Kapitalquoten und Kostendisziplin ihr Potenzial, sagte Ermisch gestern in Hamburg. Auch für das Gesamtjahr erwartet er hier ein sehr gutes Ergebnis, zeigte sich aber für den Gesamtkonzern angesichts des niedrigen Zinsumfelds und den schwierigen Schifffahrtsmärkten „bewusst vorsichtig“.

Vor Steuern wies die Kernbank im ersten Halbjahr ein Ergebnis von 261 (Vorjahreshalbjahr: 143 Millionen Euro) aus. Im Konzern stieg der Gewinn nach Steuern von 147 Millionen Euro auf 160 Millionen Euro. Die Kernkapitalquote liegt im Konzern bei 13,5 Prozent nach 12,3 Ende 2015. Der Verkaufsprozess für die Landesbank beginnt erst, wenn die Geschäftszahlen fürs gesamte Geschäftsjahr 2016 vorliegen.

Die EU-Kommission hatte in diesem Jahr endgültig eine Erhöhung der Ländergarantien für die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein auf zehn Milliarden Euro genehmigt, im Gegenzug aber den Verkauf bis 2018 durchgesetzt. In einem ersten Schritt hatte die HSH jüngst faule Schiffskredite in Höhe von fünf Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft der Länder übertragen. In der von Altlasten dominierten Abbaubank sei erwartungsgemäß ein Vorsteuerverlust von 90 Millionen Euro (Vorjahreshalbjahr: plus 79 Millionen) angefallen, teilte die HSH mit. Die Abbaubank werde auch künftig keinen Ertrag erwirtschaften, sagte Ermisch.

Seit 2009 habe die Bank rund 2,8 Milliarden Euro Garantieprämie an die Länder gezahlt. Erstmals seien im Zuge der Altlasten-Auslagerung aus der Garantie 1,6 Milliarden Euro an die Bank geflossen. Auf den noch nicht in Anspruch genommenen Anteil zahle die Bank weiter eine Prämie von jetzt 2,2 Prozent. Der Vorstandschef zeigte sich zuversichtlich, dass die Garantiesumme ausreichend sein wird.

Bis Mitte 2017 will die HSH Nordbank weitere notleidende Kredite aus Schifffahrt, Immobilien und Flugzeugfinanzierung sowie Erneuerbare Energien auf dem freien Markt verkaufen – im Volumen von 3,2 Milliarden Euro. Infolgedessen würden sich die ursprünglichen Altlasten aus faulen Krediten in Höhe von 16 Milliarden Euro halbieren. „Wir sind mit ganz vielen Investoren im Gespräch“, berichtete Ermisch. Eine so starke Wirtschaftsregion wie der Norden – mit Hafen, Luftfahrt und Windenergie – brauche eine etablierte Handelsbank vor Ort, pries Ermisch die „passkonform auf die Bedarfe der Wirtschaft eingestellte HSH“ an.

Die Risikovorsorge im Schifffahrtsbereich von 520 Millionen Euro werde sich auch im zweiten Halbjahr nicht ändern, sei aber durch die Garantie abgedeckt, ergänzte der Manager. „Die Schifffahrt erholt sich nicht. Sie liegt flach am Boden und siecht dahin“, konstatierte Ermisch. Dieser Geschäftszweig soll künftig weiter schrumpfen – von derzeit noch 13 Milliarden Euro Bestand in der Kernbank auf 8 Milliarden. Das Geschäft mit Immobilien (Bestand: 13 Milliarden) und Geschäftskunden (15 Milliarden) soll weiter zulegen. Durch das Programm zur Kostensenkung ist die Zahl der Mitarbeiter seit Jahresende weiter um knapp 100 auf 2290 zurückgegangen. Sie wird weiter schrumpfen.

LN

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