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Wirtschaft im Norden „Nicht nur Ackerblumen verschwinden“
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20:19 04.11.2017

Friedel Mark (78) aus Lübeck, Sprecherin des Nabu-Kreisverbands: „Glyphosat geht gar nicht. Schon gar nicht mehrere Tausend Tonnen jährlich in Deutschland, auf 30 bis 40 Prozent der Landesfläche eingesetzt von Landwirtschaft, Gartenbau, Industrie und auch von Privathaushalten. Was der Einsatz von einer Million Tonnen Glyphosat weltweit im Jahr anrichtet, will ich mir gar nicht vorstellen. Denn Glyphosat ist Gift und zerstört die Blumen, Kräuter, Gräser, Sträucher und Moose auf und neben den Feldern.

Wenn die Blumen und Kräuter auf den Äckern verschwinden, verhungern die Insekten und ebenso alle Tiere, die von ihnen leben. Zahlen über das dramatische Vogelsterben sind erst vor ein paar Wochen bekannt gemacht worden.

Glyphosat landet auch in Bächen, Flüssen und im Grundwasser, Fische und Amphibien reagieren empfindlich, viele Kaulquappen sterben. Ich bin gegen weitere Verwendung von Glyphosat und esse auch kein Fleisch, das wegen der Futtermittelimporte verseucht und wahrscheinlich krebserregend sein kann.“

„Wir setzen das Mittel sparsam ein“

Werner Schwarz (57) aus Rethwisch, Schleswig-Holsteins Bauernpräsident: „Glyphosat ist ein lange bekannter und gut untersuchter Wirkstoff, den wir seit mehr als 40 Jahren einsetzen und dessen Unbedenklichkeit jüngst wieder von den zuständigen nationalen und internationalen Behörden bestätigt wurde. Er ermöglicht uns eine boden- und klimaschonende Bewirtschaftung. Dagegen hat das Pflügen als alternatives ackerbauliches Verfahren Nachteile, was Bodenerosion, Nährstoff- und Kohlendioxid-Freisetzung angeht.

In diesem nassen Herbst ist das Pflügen auf vielen Flächen in der Region Lübeck gar nicht möglich, so dass wir das Mittel Glyphosat gezielt und sparsam eingesetzt haben. Ich finde es schade, dass die Diskussion darüber im Moment wenig von Fakten und dem Vertrauen in die Wissenschaft geprägt ist.“

LN

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