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Nord-Ostsee-Kanal: Zahl der Schiffe sinkt auf Langzeit-Tief

Kiel Nord-Ostsee-Kanal: Zahl der Schiffe sinkt auf Langzeit-Tief

Der Nord-Ostsee-Kanal hat ein schweres Jahr hinter sich. Erstmals seit 1945 befuhren in einem Jahr weniger als 30000 Schiffe die Wasserstraße zwischen Brunsbüttel und Kiel.

Die Wasserstraße zwischen Brunsbüttel und Kiel hat ein schweres Jahr hinter sich. So wenige Schiffspassagen gab es zuletzt 1945.

Quelle: Aufwind Luftbilder

Kiel. Gründe sind die schwächelnde Konjunktur im Ostseeraum, das Russland-Embargo und der niedrige Ölpreis, der erst seit Herbst wieder klettert. Für viele Reeder ist der Weg um Skagen trotz des hohen Treibstoffverbrauchs günstiger als der Weg durch den Kanal.

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Schwache Konjunktur, niedriger Ölpreis: Weniger als 30000 Passagen.

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Bislang war 2009 das Jahr mit der niedrigsten Schiffszahl im Nord-Ostsee-Kanal seit Kriegsende. 30314 Schiffe passierten damals den Kanal. 2016 hat dieses Ergebnis unterschritten. Nach Informationen der Kieler Nachrichten wurde in der Silvesternacht die Marke von rund 29400 Schiffen erreicht. Das waren fast 3200 Schiffe weniger als 2015 – ein Einbruch von fast zehn Prozent. Die Generaldirektion für Wasserstraße und Schifffahrt (GWDS) wollte diese Zahl weder dementieren noch kommentieren. Dort wird auf die offizielle Vorstellung der Jahresbilanz Mitte Januar verwiesen.

In der Branche ist der deutliche Rückgang der Schiffspassagen kein Geheimnis. „2016 war ein wirklich schlechtes Jahr für alle am Kanal“, sagt Jens Broder Knudsen, Geschäftsführer der Kieler Schifffahrtsagentur Sartori & Berger. Er erinnert daran, dass sogar 1946 mehr Schiffe die Wasserstraße nutzten. 31000 waren es damals.

Die schlimmsten Monate im vergangenen Jahr waren März, August und September. Im Vergleich zu den Vorjahresmonaten wurde ein Minus von 18 bis 20 Prozent verzeichnet. Direkt zu spüren bekamen das die Lotsen und Kanalsteurer. „Die Kollegen haben Einbußen beim Einkommen um etwa 20 Prozent“, sagt Stefan Borowski, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II in Kiel. Die Folge: „Wir haben 2016 keine Aspiranten eingestellt und werden es 2017 wohl auch nicht tun“, kündigt Borowski an. Ziel sei es, die Zahl der Lotsen von 180 auf 170 zu reduzieren. Auch bei dem Verein der Kanalsteurer sind die Einnahmen gesunken. „Die Kollegen spüren das deutlich“, heißt es dort. Sie werden von den Reedern der Schiffe bezahlt. Auch für sie gilt: weniger Schiffe, weniger Einkommen.

„Mein Ausblick für 2017 ist aber deutlich optimistischer als mein Rückblick auf 2016“, sagt Knudsen. Der langsame Anstieg der Verkehrszahlen seit Oktober konnte das dicke Minus in der Gesamtbilanz des Nord-Ostsee-Kanals zwar nicht mehr auffangen, für die Freunde des Nord-Ostsee-Kanals bleibt aber immerhin ein kleiner Trost: Der November und der Dezember waren die besten Monate des Jahres mit jeweils fast 3000 Schiffen.

Die großen Drei im Vergleich

Der Nord-Ostsee-Kanal bleibt die meistbefahrene künstliche Seewasserstraße der Welt vor Panama- und Suezkanal. Letzteren passieren laut Statistik etwa 17500 Schiffe im Jahr, der Panamakanal belegte 2016 mit 13114 Schiffen den dritten Platz.

Bei der Menge der beförderten Güter führt der Suezkanal mit 822 Millionen Tonnen (Panamakanal: 204 Millionen Tonnen). Ähnlich sieht es mit den Einnahmen aus. Der Suezkanal bescherte dem ägyptischen Staat 2015 umgerechnet 4,8 Milliarden Euro. Im Panamakanal fielen 1,82 Milliarden Euro für die Staatskasse an.

Mit rund 20 Millionen Euro an Befahrungsabgaben liegt der Nord-Ostsee-Kanal abgeschlagen auf dem dritten Platz. Der Wegevorteil gegenüber den natürlichen Seewegen ist hier mit 300 Meilen am geringsten gegenüber 5500 Seemeilen beim Panamakanal und 3500 beim Suezkanal. Bei der Gesamtlänge gewinnt der Suezkanal mit 193 Kilometern (Nord-Ostsee-Kanal: 98,7 Kilometer, Panamakanal: 81,3 Kilometer).

 Frank Behling

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