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Wirtschaft im Norden Norden im Aufwind: Mittelstand will kräftig investieren
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20:48 04.01.2018

Der Trend lasse sich aus der aktuellen Konjukturumfrage der IHK (Industrie- und Handelskammer) ablesen, so Özren. Zehn Prozent der befragten Unternehmen im Land hätten im letzten Quartal 2017 angekündigt, in den nächsten Monaten mehr zu investieren. Die überwiegende Zahl der Unternehmen wolle zumindest gleichbleibend investieren. Insgesamt wurden einige Tausend Unternehmen befragt.

„Wir rechnen mit einem kräftigen Schub. Can Özren IHK zu Lübeck

Besonders stark boomen laut IHK produzierendes und verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Handel und Dienstleistungssektor. In Lübeck investiert unter anderem die Firma SLM Solutions, die 3-D-Drucker für die Industrie herstellt. Die Firma Kar Kunz Aviation in Reinbek investiere ebenfalls mehr als im Vorjahr, erklärte Prokurist Jörg Smukal. Ein drittes Beispiel ist der Maschinenbauer und Folienhersteller Pfankuch in Ahrensburg, bestätigt Geschäftsführer Stefan Kähning.

Auch aus der bundesweiten Konjunkturumfrage des Beratungsunternehmens Ernst & Young in Stuttgart ist die wachsende Investitionsbereitschaft ablesbar. In Schleswig-Holstein sei sie sogar höher als im Bundesdurchschnitt: Knapp zwei Fünftel der mittelständischen Unternehmen im Land (39 Prozent) gehen laut dem „Mittelstandsbarometer“ des Beratungsunternehmens von einer Steigerung ihrer Investitionen in diesem Jahr aus. Bundesweit sind es 35 Prozent. Zudem gebe es kein anderes Land, in dem prozentual weniger Unternehmen erwarteten, ihre Investitionen zu reduzieren. Insgesamt wurden 2000 mittelständische Unternehmen befragt, nur 50 davon sind allerdings aus Schleswig-Holstein.

Im gesamten Bundesgebiet bewerten laut Ernst & Young 61 Prozent der Mittelständler ihre aktuelle Lage als gut, das sei der höchste Wert seit der ersten Auflage der Untersuchung im Jahr 2004.

Besonders optimistisch seien die Mittelständler in Ostdeutschland. Dort seien es 68 Prozent. Zusätzliche Mitarbeiter wollen 36 Prozent der Betriebe einstellen. „Der deutsche Mittelstand erlebt derzeit goldene Zeiten“, sagte Michael Marbler, der bei Ernst & Young den entsprechenden Bereich verantwortet. Für Investitionsbereitschaft und Beschäftigungsdynamik seien im ersten Halbjahr 2018 Rekordwerte zu erwarten. Der private Konsum beflügele den Handel, die steigende Nachfrage nach Investitionsgütern gebe dem Maschinenbau Auftrieb.

Als größte und wachsende Gefahr für 2018 sehen die befragten Unternehmen einen Mangel an Fachkräften. Dahinter folgen die Entwicklung der Rohstoffpreise und die Gefahr durch einen härter werdenden Wettbewerb. Sorgen um die Konjunktur haben demgegenüber nachgelassen.

Nicht nur in Schleswig-Holstein, auch in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg beurteilen die Mittelständler ihre Situation als überdurchschnittlich gut. Vor allem in Rheinland-Pfalz ist die Stimmung dagegen deutlich gedämpfter. Und zwischen den einzelnen Branchen gibt es auch laut Ernst & Young Unterschiede. Große Zufriedenheit herrsche vor allem in der Chemie- und Pharma- Branche, aber auch im Auto- und im Maschinenbau. Finanzdienstleister und die Ernährungsbranche hingegen beurteilten die Lage weniger gut.

Sebastian Schulze, Geschäftsführer der Unternehmervereinigung UV Nord, bestätigt die positive Stimmung in der mittelständischen Wirtschaft. „Das Jahr 2017 hat die Erwartungen erfüllt.“ Auf die Investitionsbereitschaft in Schleswig-Holstein wirke sich auch der Regierungswechsel aus, glaubt Schulze. Viele Unternehmer hätten die Hoffnung, nun mit ihren Wünschen besser wahrgenommen zu werden.

Von Marcus Stöcklin

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