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Norla zeigt Zukunft der Landwirtschaft

Rendsburg Norla zeigt Zukunft der Landwirtschaft

Messe in Rendsburg in diesem Jahr mit Landestierschau – Mehr als 70 000 Besucher werden erwartet.

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Der perfekte Auftritt: Claus-Peter Tordsen von der Rinderzucht Schleswig-Holstein tupft einer Kuh das Maul ab.

Rendsburg. Wie im Stall: Die Eröffnungsreden zum Auftakt der Norla in Rendsburg gehen fast im Muhen der Kühe und im Blöken der Schafe unter. „Hier ist Dazwischenmeckern willkommen“, sagt Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Er lobt die Norla als „Messe mit unglaublicher Nähe“. Im Mittelpunkt der viertägigen Landwirtschaftsausstellung stehen diesmal die Tiere. Hauptthema ist die Digitalisierung. „Wieder einmal ist das Messegelände bis auf den letzten Platz ausgebucht“, berichtet Bauernpräsident Werner Schwarz. Die Norla zeige die Zukunft der Landwirtschaft. „Das macht den Besuch für Bauern so attraktiv.“ Die knapp 600 Aussteller erwarten insgesamt 70 000 Besucher.

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Messe in Rendsburg in diesem Jahr mit Landestierschau – Mehr als 70 000 Besucher werden erwartet.

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Vom großen Bullen bis zur kleinen Honigbiene werden auf der Landestierschau Hunderte Zuchttiere aus ganz Schleswig-Holstein gezeigt. Neben Schwarzbunten, Galloways und Charolais-Rindern ist auch ein massiger Wasserbüffel zu sehen. Daneben verschiedene Schweine- und Schafrassen, Ziegen, Geflügel, auch Pferdezuchtverbände sind vertreten. Die Tiere üben große Anziehungskraft vor allem auf Kinder aus. Die kleine Anika sucht vorsichtig den Kontakt zu den weiß-wolligen Skudden von Züchter Wolfgang Gresens aus Lübeck. Sie gehören zu den ältesten Hausschafrassen und sind vom Aussterben bedroht.

Habeck, weißes Hemd und dunkler Anzug, steigt ohne Umschweife zu den kleinen Rotbunten Husumer Schweinen ins Gehege, um sie zu streicheln. „Wir müssen wieder stärker auf Tiergesundheit und Lebensdauer achten“, mahnt der Grünen-Minister am Rande des Messerundgangs. Die Tiere dürften nicht zu reinen Rohstoffproduzenten gemacht werden. Er nennt zudem drei große Herausforderungen für die Landwirtschaft: Tierseuchen, veränderte Wetterverhältnisse und neue Techniken wie etwa die Digitalisierung. „Das ist die entscheidende Chance für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume.“

Der Rundgang über das 13 Hektar große Gelände bietet viel Technik. So gibt es neben dem elektrischen Futterschieber auch einen sogenannten Spaltenreinigungsroboter für den Stall. Ein Melkroboter liefert nicht nur vollautomatisch Kuhmilch, sondern auch Informationen über Milchmengen, -temperatur und -farbe sowie Fett und Eiweißgehalt der Milch. Da ist es gar nicht so einfach für Jens Gravert aus Herzhorn (Kreis Steinburg), einen eher kleinen Trecker ohne Kabine zu finden. „Ich habe ganz genaue Vorstellungen“, berichtet der 53-Jährige, der eine Rinderzucht betreibt.

Bauernpräsident Schwarz sieht die Digitalisierung, das Erfassen und die Nutzung von Daten, als Kernpunkt für die Zukunft. „Wir brauchen die Freigabe von Positionssystemen, eine bessere Breitbandversorgung und eine gute Mobilfunkabdeckung“, fordert er. Da sei die Politik gefragt. So habe Rheinland-Pfalz das den Bauern kostenlos zur Verfügung gestellt. „Das können wir uns auch für Schleswig-Holstein vorstellen“, betont der Bauernpräsident. Diese Daten können etwa eine optimierte Dosierung in der Fütterung und im Pflanzenschutz ermöglichen, aber auch bei der Bewässerung im Pflanzenschutz.

Einig sind sich der Bauernverband und das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Sachen Gewässerschutz: Zusammen mit den Wasser- und Bodenverbänden sowie dem Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft wurde gestern eine Vereinbarung unterzeichnet. Danach sollen Lösungen erarbeitet werden, um die Nährstoff- und Schadstoffeinträge in das Grundwasser zu reduzieren.

Die Norla geht noch bis Sonntag, geöffnet ist an allen Tagen von 9 bis 18 Uhr. Eintritt für Erwachsene acht Euro, Kinder 4 Euro. Familien zahlen 18 Euro. Weitere Informationen zur Anfahrt und zum Parken finden Sie unter www.norla-messe.de

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Julia Paulat

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