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Die steigenden Preise für Milchprodukte und andere Nahrungsmittel sowie für Energie haben die Inflationsrate in Deutschland angetrieben, sie liegt jetzt um 1,8 Prozent höher als im September 2016. Besonders kräftig war der Preisanstieg bei Butter, die um 70,4 Prozent teurer wurde.

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Butter ist wieder beliebter geworden bei den Verbrauchern. In den vergangenen Jahren hat sich das Image deutlich verbessert.

Quelle: Foto: Fotolia

Lübeck/Wiesbaden. Seit einigen Monaten habe man einen stetig steigenden historischen Höchstpreis für Butter registrieren können, sagt Nicolai Wree, Geschäftsführer des Bauernverbandes Schleswig-Holstein. Bisher stammte die Rekordmarke aus dem Jahr 1983. Damals hätten die Verbraucher umgerechnet 1,36 Euro für 250 Gramm Butter im Jahresdurchschnitt gezahlt, zwischenzeitlich habe ein halbes Pfund Deutsche Markenbutter für die Eigenmarken der Lebensmittelhändler in diesem Jahr 1,99 Euro gekostet. „Im Fahrwasser des hohen Fettpreises sind auch die Preise für die übrigen Milchprodukte angezogen“, sagt Wree. Die hohe prozentuale Steigerung bei Butter ergebe sich auch aus dem sehr niedrigen Preis im Vorjahr. „Vor gut einem Jahr musste der Verbraucher für das gleiche Stück Butter nicht 1,99 Euro, sondern nur 70 Cent aufbringen“, erklärt der Milchexperte des Bauernverbandes. Im August dieses Jahres habe der Erzeugerpreis bei 39 Cent für einen Liter Milch gelegen, einige Meiereien zahlten sogar mehr als 40 Cent pro Liter. Im Juli des vergangenen Jahres hätten Milchbauern durchschnittlich nur 22 Cent pro Liter erzielt, einige Meiereien hätten sogar noch weniger gezahlt.

Nach Auskunft des Kieler Landwirtschaftsministeriums gab es Ende vergangenen Jahres 4185 Rinderhalter mit insgesamt knapp 394000 Milchkühen. „Die letzten zwei Jahre war es eine Art Notbetrieb.

Etliche Milchbauern sind wegen unrentabler Erzeugerpreise bereits ausgestiegen oder planen noch diesen Schritt“, sagt Kirsten Wosnitza vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter in Schleswig-Holstein. Auch sie freut sich, dass der Erlös der Landwirte für einen Liter Milch wieder bei 40 Cent liegt. „Das fühlt sich besser an, das wäre der Preis, der in die richtige Richtung geht. Aber nach den starken Abstürzen in den vergangenen Jahren reicht das für viele immer noch nicht aus, um über die Runden zu kommen.“ Viele Milchbauern hätten Liquiditätsdarlehen aufnehmen müssen, um sich über Wasser halten zu können, und müssten diese nun abbezahlen. Man dürfe sich jetzt, wo der Milchpreis wieder besser ist, nicht ausruhen. „Der Druck ist noch da, die Politik in Brüssel und Berlin muss Instrumente schaffen, damit Milchbauern Verwerfungen besser auffangen können“, fordert Wosnitza.

Nicolai Wree nennt noch einen anderen Grund, warum Butter stärker nachgefragt und teurer werde. „Fetthaltige Produkte liegen im Trend. Die Welle der „Light“-Produkte ist vorbei. Milchprodukte mit nur 0,1 Prozent Fett sind weitgehend aus den Regalen verschwunden“, sagt er. Das habe mit einem Imagewechsel zu tun. Vor zehn Jahren sei über die Glaubensfrage „Butter oder Margarine“ diskutiert worden.

„Butter wurde in einem Atemzug mit Cholesterin genannt. Heute weiß der Verbraucher: Mit Blick auf die schlanke Linie gibt es zwischen Butter und Margarine keinen Unterschied“, sagt Wree. Auch die vermeintliche Gesundheitsschädlichkeit der Butter habe sich als falsch erwiesen.

Statistiker: Auch Energie wurde teurer

Um 1,8 Prozent stiegen die Verbraucherpreise im September im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt gestern mit. Tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr mussten Verbraucher vor allem für Nahrungsmittel, die sich um 3,6 Prozent verteuerten. Besonders kräftig war der Anstieg bei Speisefetten und Speiseölen (plus 34,2 Prozent). Molkereiprodukte kletterten um 15,0 Prozent. Energie verteuerte sich insgesamt um 2,7 Prozent.

Christian Risch

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