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Öko-Strom-Leitung nach Norwegen

Berlin Öko-Strom-Leitung nach Norwegen

Die ersten 134 Kilometer des Gleichstromkabels wurden bereits in der Nordsee verlegt.

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In Süd-Norwegen erreicht das Nordlink-Kabel aus Deutschland wieder das Land.

Quelle: Foto: Tennet

Berlin. Eine Stromtrasse soll ab 2020 Deutschland und Norwegen verbinden. Jetzt haben die Arbeiten dafür begonnen. Das Projekt soll die Energiewende voranbringen.

LN-Bild

Die ersten 134 Kilometer des Gleichstromkabels wurden bereits in der Nordsee verlegt.

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Schleswig-Holsteins Energiewende-Minister Robert Habeck (Grüne) nennt die Trasse euphorisch einen „Zukunftsbaustein“ der Energiewende. Mit der gigantischen Gleichstromverbindung soll nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2020 Strom aus norwegischer Wasserkraft ins deutsche Netz eingespeist werden können. Im Gegenzug kann Ökostrom aus Deutschland, aus Sonnen- und Windkraftanlagen etwa, nach Norwegen geleitet werden, je nach Angebot und Bedarf. Die Energiewende werde nordeuropäisch bewerkstelligt – und das freue ihn, sagte Habeck.

Seit Beginn der Seeverlegung des wuchtigen Kabels Anfang August im Vollesfjord, in der südnorwegischen Region Vest-Agder, sind bereits 134 Kilometer geschafft worden, sagte Mathias Fischer vom deutschen Netzbetreiber Tennet den LN. Damit lägen die Arbeiten „voll im Plan“, es wurde bereits dänisches Hoheitsgewässer in der Nordsee erreicht. Im Sommer 2018 sollen dann im dänischen Teil der Nordsee weitere 228 Kilometer bis ins deutsche Seegebiet verlegt werden. Dem schließen sich weitere 154 Kabelkilometer bis zur deutschen Küste bei Büsum in Schleswig-Holstein an. Im deutschen Abschnitt werden die zwei Seekabelstränge gebündelt, das heißt gleichzeitig in nur einem Arbeitsgang verlegt und im Meeresboden eingespült. Damit werde die Natur bei der Verlegung im Wattenmeer geschont, erklärte Fischer. Und der Kieler Umweltstaatssekretär Tobias Goldschmidt sagte den LN: „Es ist gelungen, den Eingriff in das sensible Ökosystem des Nationalparks Wattenmeer möglichst gering zu halten.“

Von Büsum aus wird schließlich ein 54 Kilometer langes Erdkabel bis zur Konverterstation in Wilster (Kreis Steinburg) verlegt, an der bereits seit September vergangenen Jahres gebaut wird. Die Kabelverlegung von deutscher Seite aus beginnt, nach umfangreichen Vorarbeiten in diesem Jahr, 2018. Auf hoher See sollen die Kabelstränge aus Norwegen und Deutschland verbunden werden. Wenn alles klappt.

Sozusagen als Gegenstück zum Konverter in Wilster fungiert auf norwegischer Seite die Station bei Tonstadt. Hier wird mittels großer Transformatoren, die von der Firma ABB geliefert werden, der Drehstrom aus den Turbinen des Wasserkraftwerks in Hochspannungs-Gleichstrom umgewandelt. In Wilster wird aus dem Gleichstrom wiederum Drehstrom fürs deutsche Netz. Bei der Länge der Trasse von insgesamt 623 Kilometern – 516 davon auf dem Meeresgrund – könne die Energie nicht als Drehstrom übertragen werden. Die Leitungsverluste wären viel zu groß. Die Gleichstrom-Übertragung hat diesen technischen Nachteil kaum.

Mit einer Übertragungskapazität von 1400 Megawatt kann die künftige NordLink-Leitung mehr Strom transportieren als etwa ein großes konventionelles Kraftwerk erzeugt. Die gesamte Trasse wird in deutsch-norwegischer Kooperation errichtet. Der Investitionsumfang liege zwischen 1,5 und zwei Milliarden Euro, hieß es bei Tennet. Norwegischer Partner ist der Übertragungsnetzbetreiber Statnett.

Reinhard Zweigler

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