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Öl: Preiskrieg am Horizont?

Berlin/Frankfurt Öl: Preiskrieg am Horizont?

Chinas Börsenturbulenzen senden neue Schockwellen über die Rohstoffmärkte.

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Berlin. Ölpreisrutsch ohne Ende: Das Börsenchaos in China und das politische Pulverfass Nahost haben das „schwarze Gold“ zum Jahresstart noch einmal billiger gemacht — den Verbrauchern könnte bei wieder ruhigerer Lage aber ein böses Erwachen drohen.

Seit dem Jahreswechsel rauschten die Preise weiter in den Keller. Die beiden wichtigsten Sorten, das US-Öl WTI und das Nordsee-Öl Brent, fielen fast bis auf 32 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Im Sommer hatten die Preise um 60, vor der Finanzkrise teils noch bei 150 Dollar gelegen. Was Autofahrer, Heizölkunden und auch Hersteller von Chemieprodukten freut, lässt Fachleute zusehends ins Grübeln geraten. Denn das starke weitere Abrutschen der Rohöl-Notierungen seit Neujahr hat vor allem einen Grund: China. Die Börsen im Reich der Mitte gaben empfindlich nach, die Führung in Peking musste zweimal für den Rest des Tages den Handel aussetzen. Die Landeswährung Yuan geriet unter hohen Druck.

Unabhängig davon, ob es weiter ab- oder wieder leicht aufwärts geht: Die Schwankungen dürften auch auf Endprodukte durchschlagen. Benzin koste im Bundesschnitt um die 1,25 Euro je Liter, Diesel einen Euro, sagte der Chef des Mineralölwirtschaftsverbands, Christian Küchen. „Auf der einen Seite steht eine ungebrochen hohe Förderung in den USA, Saudi-Arabien und Russland. Auf der anderen Seite wächst China nicht mehr so stark.“

Im Langfrist-Trend bleibt Öl nahezu auf Ramschniveau. Ein zentraler Faktor sind laut Commerzbank die China-Risiken — neben der Ölschwemme in der Golfregion. „Die Schwierigkeiten Chinas lassen ein schwächeres Nachfragewachstum befürchten“, erklärte Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Gleichzeitig erhöhen Länder im Mittleren Osten ihre Förderung.“ Spannungen zwischen den Opec-Schwergewichten Iran und Saudi-Arabien nach der Hinrichtung schiitischer Geistlicher tun ihr Übriges, um die Stimmung im Ölkartell einzutrüben. „Die extrem negative Stimmung am Markt lässt kurzfristig eine Fortsetzung des Preisverfalls erwarten“, glaubt Eugen Weinberg von der Commerzbank. Am weitesten gehen Experten von Goldman Sachs:

Sie behaupten, der Rohölpreis könnte 2016 sogar unter 20 Dollar fallen.

Verbraucher sollten trotz der paradiesisch anmutenden Energiekosten nicht zu euphorisch sein. Denn das dicke Ende könnte kommen, falls die Rechnung der Opec aufgeht und sie US-Anbieter tatsächlich in die Knie zwingen sollte — oder aber weitere Kriege im Nahen Osten drohen. Dann könnten die Golf-Staaten ihr Öl verteuern.

LN

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