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Wirtschaft im Norden Öl und Gas teurer? Ministerium sorgt für Unruhe
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Öl und Gas teurer? Ministerium sorgt für Unruhe
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18:21 20.02.2016

Plant die Bundesregierung eine massive Verteuerung von Erdgas und Heizöl? Ein Diskussionspapier zum Klimaschutzplan 2050, das Anfang Februar vom Bundesumweltministerium an Verbände geschickt wurde, legt das jedenfalls nahe. In dem 288 Seiten starken „Maßnahmenset 2.1“ heißt es unter anderem, dass der Anteil fossiler Energien bei der Erzeugung von Raumwärme mit 80 Prozent in Deutschland zu hoch sei. Als Maßnahme dagegen wird unter anderem vorgeschlagen, „den Einsatz von fossilen Heizenergieträgern zu verteuern“. Nach dänischem Vorbild wäre das ein „Anreiz zur Heizungsmodernisierung“.

Beim Umweltministerium in Berlin weist ein Sprecher zwar darauf hin, dass von einem „Plan“ keine Rede sein könne, da es sich lediglich um Vorschläge zur Erreichung der Klimaziele handele. Eine Bewertung hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit sei aber noch längst nicht getroffen. Der Eigentümerverband „Haus & Grund“ in Kiel traut dem aber nicht. „Hier soll offenbar schon einmal die öffentliche Reaktion ausgetestet werden“, mutmaßt Verbandsdirektor Hans-Henning Kujath. Und seitens „Haus & Grund“ fällt diese vernichtend aus. Eine drastische Verteuerung von Heizöl und Erdgas werde viele Hauseigentümer und Mieter an die Grenze des finanziell Machbaren führen, sagt Kujath. Eigentümer würden außerdem dazu gedrängt, Kredite aufzunehmen, um ihre Heizungsanlage zu ersetzen. Dafür würden aber Mittel zum Erhalt der Gebäudesubstanz fehlen. Zudem sei der Vorschlag einfach „weltfremd“, da es für fossile Energieträger in der Masse noch keine bezahlbaren Alternativen gebe.

Für Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) geht der Vorschlag aus Berlin dagegen „in die richtige Richtung“. Für die Akzeptanz des Klimaschutzes sei aber wichtig, dass der Verbraucher dafür an anderer Stelle entlastet werde. „Wir müssen die kommunale Wärmversorgung umbauen und Wärmenetze entwickeln, die sich aus erneuerbaren Energien speisen.“ O. Vogt

LN

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