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Wirtschaft im Norden Ölpest und gefährliche Hitzeschäden
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18:10 24.06.2017
Lübeck

Herrschaftszeiten! Der Ölpreis ist dieses Jahr um 20 Prozent gefallen – Zeit, sämtliche Tanks zu füllen, am besten dreimal gleichzeitig. Führende Meinungsexperten in ihren überhitzten Büros behaupten gerade stur, die Verbraucher würden derart viel sparen, da käme beim Tanken richtig Freude auf, wahrscheinlich beim Schnüffeln an der Tankpistole. Da mein Auto das Doppelte verbraucht als offiziell angegeben, spare ich sogar noch doppelt so viel. Es schluckt sechs Liter Super auf 100 Kilometer, was mich pro Fahrt an die Börse und zurück 9,50 Euro kostet. Sinkt der Spritpreis um zehn Cent, schön wäre es, spare ich 72 Cent täglich oder 3,60 Euro pro Woche.

Eine Erdumrundung, warum sollte ich das tun, brächten mir 240 Euro zusätzlich. Bloß nicht alles auf einmal ausgeben! Nach einer Woche könnte ich mir sogar zwei Flaschen Wasser an der Tanke leisten.

Bier wäre billiger, aber nicht bei 40 Grad am Lenkrad. Ein Liter Wasser kostet dort übrigens fast dreimal so viel wie Benzin. Ist Benzin billig? Oder Wasser teuer? Auf der Toilette gibt's das übrigens umsonst aus dem Wasserhahn. Wer aber kommt auf diese Idee in diesen postfaktischen Zeiten? Wie dem auch sei, es gibt zu viel Öl und die Preise sinken. Wir werden noch stinkreich! Entweder wird zu viel gefördert oder zu wenig nachgefragt – und das bei diesem Wirtschaftsboom, von dem Experten erzählen.

Manche erkennen, wohl wegen zu hoher Ozonwerte, dass billiges Öl auch noch den Dax belastet. Steigende Preise wären dagegen gut. Komisch. Als ein Fass der schwarzen Brühe noch 150 US-Dollar kostete, hätte der Dax doch mindestens bei 30000 Punkten stehen müssen. Nun, bei diesen Temperaturen gibt es nicht nur Blow Ups auf den Autobahnen, sondern auch in manchen überhitzten Oberstübchen.

LN

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