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Ölschwemme wirbelt Aktienmärkte durcheinander

London Ölschwemme wirbelt Aktienmärkte durcheinander

Das weltweite Überangebot setzt große Konzerne wie Shell unter Druck — Der Preisverfall belastet auch die Börsen.

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Ein leerer Tank schreckt bei den aktuellen Benzinpreisen weniger als sonst.

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

London. Der Verfall der Ölpreise hat immer massivere Auswirkungen. Der britisch-niederländische Energieriese Shell muss einen Gewinneinbruch hinnehmen, die Börsen geraten zunehmend unter Druck, und der russische Rubel fällt auf einen historischen Tiefstand. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur März-Lieferung kostete gestern zeitweise 27,95 US-Dollar — 81 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI zur Lieferung im Februar fiel noch stärker um 1,07 Dollar auf 27,39 Dollar — das US-Rohöl rutschte damit auf den tiefsten Stand seit mehr als zwölf Jahren.

Zu den Profiteuren sinkender Ölpreise zählen Verbraucher zum Beispiel wegen sinkender Benzinpreise an den Tankstellen sowie Unternehmen in Ölimportländern wie Deutschland. Verlierer sind dagegen Konzerne und Länder, die an dem Verkauf von Rohöl verdienen.

Beim Ölkonzern Shell dürfte allein im Schlussquartal 2015 der bereinigte Gewinn auf 1,6 bis 1,9 Milliarden US-Dollar abgesackt sein, teilte der Konzern nach vorläufigen Berechnungen mit. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,3 Milliarden Dollar gewesen. Ähnlich sieht es beim erwarteten Reingewinn für das Gesamtjahr 2015 aus. Hier werden 10,4 bis 10,7 Milliarden Dollar erwartet. Endgültige Zahlen werden am 4. Februar veröffentlicht. Shell will mit Produktionskürzungen, Stellenabbau und eingedampften Investitionen gegensteuern. Im Zuge der geplanten Übernahme des britischen Gasförderers BG sei ein Abbau von etwa 10 000 Stellen in beiden Unternehmen geplant. Die Kosten sollen im laufenden Jahr um weitere drei Milliarden Dollar (2,75 Milliarden Euro) gesenkt werden. Konzernchef Ben van Beurden betonte, die Strategie der Kosteneinsparungen werde beibehalten, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Übernahme von BG solle innerhalb von Wochen unter Dach und Fach sein, sagte van Beurden. Sie werde den „Beginn eines neuen Kapitels bei Shell markieren“.

„Derzeit sind die Aussichten für den Ölmarkt ziemlich negativ“, kommentierte Rohstoffexperte Angus Nicholson vom britischen Handelshaus IG Group die Schwemme. Das Ende der Iran-Sanktionen fache die Furcht vor weiterem Preisverfall an. Erst am Dienstag hatte die Internationale Energieagentur IEA in drastischen Worten davor gewarnt, dass der Ölmarkt im Überangebot zu „ertrinken“ drohe.

Führende Banken übertreffen sich mit immer niedrigeren Prognosen für die Ölpreise. Während die US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley von einem Tiefpunkt bei 20 Dollar ausgehen, hatte die britische Bank Standard Chartered ein Abrutschen bis auf zehn Dollar nicht ausgeschlossen. Der anhaltende Ölpreisverfall belastete auch Aktienmärkte weltweit. Der deutsche Leitindex Dax fiel.

Auch die Börsen in Asien wurden kräftig durchgeschüttelt. Der russische Rubel rutsche weiter in den Keller: Der Dollar kostete gestern erstmals mehr als 80 Rubel.

LN

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