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Online-Portale bringen Autohäuser in Bedrängnis

Berlin Online-Portale bringen Autohäuser in Bedrängnis

Internet-Vermittler verschärfen Preiskampf — Für Kunden könnte es billiger werden.

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Autokäufer können mit Rabatten rechnen.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Berlin. Müssen Kunden im Autohaus bald für die Probefahrt bezahlen? „Das wäre eigentlich richtig“, meint Jürgen Karpinski. Der Autohändler aus Frankfurt am Main ist nach Berlin gekommen, um seinem Ärger Luft zu machen. Seinem Ärger über Kunden, die im Internet ihr Auto kaufen — aber vorher bei ihm Probe fahren. „Beratungsdiebstahl“ könne man das nennen.

„Es läuft dann nicht mehr wie in den 80er Jahren.“

Alexander Bugge, Online-Vermittler

„Eigentlich“ sollten Kunden dafür bezahlen, sagt Karpinski. „Ich glaube nicht, dass sich das durchsetzen lässt.“ Denn das Kfz-Gewerbe in Deutschland steht unter gewaltigem Druck. Die Welt der Autokäufer ändert sich gerade rasant.

28600 Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für einen durchschnittlichen Neuwagen aus — so viel wie nie und immerhin ein Fünftel mehr als noch vor zehn Jahren. Das Problem ist: Nur noch etwa jeder dritte Neuwagen geht an Privatkunden, hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe ermittelt, dessen Präsident Karpinski ist.

Den Rest kaufen Großkunden, die für ihre Flotten kräftige Rabatte aushandeln. Oder es sind Händler- und Herstellerzulassungen, die kurze Zeit deutlich billiger als junge Gebrauchte wieder in den Handel kommen. Die Rendite vieler Autohäuser ist bescheiden, denn der deutsche Markt gilt seit Jahren als gesättigt.

7,3 Millionen Gebrauchte wurden 2015 verkauft — so viele wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Das ist der wichtigste Grund für das Umsatzwachstum auf 157 Milliarden Euro. Mit Neuwagen machen die Autohändler heute dagegen noch immer weniger Umsatz als zur Jahrtausendwende.

Und jetzt gibt es auch noch Leute wie Alexander Bugge. Der Kaufmann vermittelt mit seinem Neuwagenportal meinauto.de Kunden an die Autohäuser — mit dem Versprechen, bundesweit große Rabatte für die Kunden rauszuholen. Bugge und andere Portale wie autohaus24.de und Carneeo drücken damit ebenso auf die Preise. Eine gute fünfstellige Zahl an Autoverkäufen habe er im vergangenen Jahr vermittelt, sagt Bugge. Vorwürfe des stationären Handels weist er aber zurück. „Wir schicken niemand in den Handel, um eine Probefahrt zu machen und dann bei uns zu kaufen.“ Aber dass Kunden das tun, schließt er nicht aus.

Andere stehen mit dem Angebot aus dem Netz im Autohaus und verlangen dort diesen Preis oder einen besseren. „Der Kunde konfiguriert sein Auto nicht nur in Pantoffeln auf dem Sofa, er weiß auch mehr“, umschreibt Ulrich Fromme, Vize beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, die gewachsene Markttransparenz. Er ruft die Autohäuser auf, umzudenken. Kunden online an sich binden und dann offline zu verkaufen, darin sei man noch nicht gut, bekennt er. Um zwei Arten von Autohändlern macht er sich wenig Sorgen: die mit Häusern in kleineren Städten, wo der Verkäufer Hinz und Kunz kennt, und die ganz Großen in den Großstädten. Für alles dazwischen werde es schwierig.

Früher sei ein Kunde fünf oder sechs Mal ins Geschäft gekommen, bevor er sich für ein Auto entschied, heute im Schnitt 1,4 Mal. Statt ihr Geld nur in großartige Verkaufsräume zu stecken, sollten die Kollegen gemeinsam mit anderen in die digitale Welt investieren, rät Fromme. „Denn das ist die Zukunft.“ Brugge glaubt, dass auch in zehn Jahren noch Autos offline gekauft werden, angebahnt werde das Geschäft aber online. „Es läuft dann nicht mehr wie in den 80er Jahren.“

Jungfernfahrt der Hybridfähre „Berlin“ verzögert sich

Es sollte eine Traumreise mit dem modernsten Hybrid-Fährschiff der Welt werden. Doch die „Berlin“ der Reederei Scandlines, die ab Anfang März zwischen Rostock und Gedser verkehren sollte, ist nicht rechtzeitig fertig geworden. Eine Reedereisprecherin wollte dazu gestern zunächst keine näheren Angaben machen.

Technische Innovationen an Bord sowie neue Maßstäbe in Vielseitigkeit und Flexibilität benötigten ihre Zeit, begründet Scandlines-Geschäftsführer Gerald Lefold die Verzögerung in einem Schreiben an einen Reiseveranstalter. Die Tagesfahrten mit dem neuen Fährschiff würden im März „leider nicht wie ursprünglich geplant stattfinden“. Für diesen Monat wurden aber Fährpassagen verkauft.

Nach LN-Informationen gibt es mutmaßlich auch Probleme mit der Internationalen Klassifikationsgesellschaft, dem Schiffs-Tüv. Ohne eine Abnahme aller Neuerungen dürfte die „Berlin“ nicht in See stechen. Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup Svendsen verwies auf fast 200 zeitaufwendige Test, die derzeit laufen.

Mit den beiden Hybridschiffen für Rostock (Kapazität: je 1300 Passagiere/460 Autos/96 Lkw) war es bereits in der Vergangenheit zu Problemen gekommen. Gravierende Konstruktionsfehler führten dazu, dass die „Berlin“ und die „Copenhagen“ bei ihrer Auslieferung durch die P+S-Werften in Stralsund 2012 massiv zu schwer waren. Die Fähren hätten ihren Zielhafen Gedser bei Niedrigwasser nicht anlaufen können. Das „Wunschgewicht“ ist inzwischen erreicht: Die „Berlin“ und ihr Schwesterschiff sind nach ihrem Umbau um je 1100 Tonnen leichter. Die „Copenhagen“ soll bisherigen Plänen zufolge etwa drei Monate nach der „Berlin“ in Dienst gestellt werden. Vier Hybridfähren sind bereits auf der Vogelfluglinie ab Fehmarn im Einsatz. Die neue Schiffsgeneration hat einen um bis zu 15 Prozent niedrigeren Kohlendioxid-Ausstoß. Das System kombiniert den traditionellen Diesel- mit elektrischem Batterieantrieb. ctö

Burkhard Fraune

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