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Paketboten dringend gesucht

Bonn Paketboten dringend gesucht

Onlinehandel befeuert Geschäft – Doch auf dem Arbeitsmarkt gibt es erste Engpässe.

Der Onlinehandel boomt und viele Untermehmen suchen dringend mehr Paketzusteller.

Quelle: dpa

Bonn. . Wenn es auf „die letzte Meile“ geht, sind alle von Menschenhand abhängig – trotz schönster Innovationen im Zeitalter der Digitalisierung. Zwar mag die Auslieferung von Paketen per Drohne oder Roboter spektakulär daherkommen, doch sie ist weit vom täglichen Massengeschäft entfernt. Und so bleibt die Paketzustellung, das wissen Tausende von Boten aus ihrem Alltag, vor allem eines: knochenharte Schwerstarbeit.

Und die ist nicht sonderlich beliebt. Angesichts des anhaltenden Booms im Paketgeschäft suchen die Unternehmen inzwischen bundesweit händeringend nach Arbeitskräften. „Das ist für uns eine Herausforderung, wir haben zunehmend Nachwuchssorgen“, klagt Ingo Bertram vom Paketzusteller Hermes. Das Hamburger Unternehmen beschäftigt 11 000 Mitarbeiter, hinzu kommen derzeit im Jahresdurchschnitt weitere 11 000 Zusteller, die auf der Gehaltsliste von Subunternehmen stehen.

Da das verschickte Volumen in der Paketbranche in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird – Experten rechnen bis 2025 gar mit einer Verdoppelung – werde sich der Mangel an Arbeitskräften auch mittelfristig kaum ändern, ist Bertram überzeugt. Umso wichtiger wird für alle Unternehmen, Ausschau zu halten nach sinnvollen Alternativen. Die Bedeutung von Paketshops werde zunehmen, sagt Bertram, man müsse über Crowd-Delivery, also die Zustellung durch Privatpersonen, oder auch über den Einsatz von Robotern nachdenken. Doch das ist vorerst noch Zukunftsmusik.

Der Branchenprimus Deutsche Post DHL zapft eine andere Quelle an: So vereinbarten die Bonner erst vor wenigen Wochen mit der Bundeswehr eine Kooperation über die Integration von ausscheidenden Soldaten in den zivilen Arbeitsmarkt. Jährlich verlassen nämlich zwischen 10 000 und 15 000 Menschen die Streitkräfte. „Gerade vor dem Hintergrund des stark wachsenden Paketmarktes sind wir immer auf der Suche nach zuverlässigen, motivierten und gut qualifizierten Mitarbeitern“, sagt dazu Jürgen Gerdes, der im Vorstand von Deutsche Post DHL für Pakete zuständig ist.

Aber auch bei der Post verlief der Aufbruch ins goldene Zeitalter des Paketgeschäfts nicht ohne Widerstände: Vor genau zwei Jahren um die Osterzeit begann wegen der Gründung neuer regionaler Paketfirmen ein monatelanger harter Streik. Verdi wandte sich mit dem Arbeitskampf vor allem gegen die mögliche schlechtere Bezahlung der Paketzusteller. Das Postmanagement pochte auf Anpassung der Kosten an die des Wettbewerbs. Inzwischen haben sich die insgesamt 46 Zustellfirmen zu einer starken Säule im Unternehmen entwickelt.

Nach Angaben der Post haben bereits 9000 Menschen in den vergangenen Jahren in den Paketfirmen einen festen Job gefunden. Etwa 5000 seien vom externen Arbeitsmarkt rekrutiert worden, die übrigen seien ehemals befristet Beschäftigte der Post, sagt eine Konzernsprecherin. Insgesamt kommt der gelbe Riese auf 103 000 Menschen, die mit der Zustellung von Paketen befasst sind.

Bis 2020 hatte die Post die Schaffung von immerhin 10 000 neuen Jobs versprochen und bis 2025 sogar eine Verdoppelung auf 20 000 in Aussicht gestellt.

„Wir erwarten, dass die positive Entwicklung in den kommenden Jahren weiter anhalten wird“, sagte Postchef Frank Appel vor wenigen Wochen bei der Bilanzvorlage zur Entwicklung des onlinegetriebenen Paketgeschäftes. Bleibt die Frage, woher das Personal dafür kommen soll.

Rekorde für Onlinehandel

Ob Kurier-, Paket- oder Expressdienste: Die Branche boomt. Das zeigt auch ein Blick auf Zahlen des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK). 2016 beschäftigten die Unternehmen 215 000 Menschen, Tendenz steigend. Bis 2020, so die Schätzungen, sollen 30000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Eine Warengruppe, die im vergangene Jahr besonders gewachsen ist, ist das komplette Segment der Inneneinrichtung. Dazu zählen Möbel und Lampen. Die Onlinehändler verbuchten einen Umsatzzuwachs von 25 Prozent. Und auch der gesamte Lebensmittelbereich legte kräftig zu.

LN

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