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Wirtschaft im Norden Paketflut verdoppelt sich bis 2025: Logistiker rüsten auf
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Paketflut verdoppelt sich bis 2025: Logistiker rüsten auf
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22:14 21.08.2017
Die Hamburger Logistik-Gruppe Hermes investiert bis Ende 2019 insgesamt 300 Millionen Euro in ihr Paketnetzwerk. Quelle: Foto: Uwe Zucchi/dpa
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Bonn/Köln

Für die Paketdienstleister sind die Logistikzentren das Rückgrat ihres Geschäftes. Sie fungieren als Verteilstellen in einem dichten Netz, an dessen Ende private Haushalte und Gewerbetreibende stehen. Doch angesichts des boomenden Onlinehandels ächzen die Zentren unter einer Dauerlast.

„Die Infrastruktur muss optimiert werden“, beschreibt Ingo Bertram vom Paketdienstleister Hermes die Lage. Das Unternehmen ist eine Tochterfirma des Otto-Versandes und gehört zu den größten Konkurrenten des Branchenprimus Deutsche Post DHL. „Wir haben derzeit Mengen auf den Fahrzeugen, die bereits dem Volumen des Weihnachtsgeschäftes entsprechen.“

Erst im April hatten die Hamburger in Bad Rappenau in der Nähe von Heilbronn ein neues Logistikzentrum eröffnet, in dem bis zu 25000 Sendungen pro Stunde sortiert werden können. Der Ausbau gehört zu einem umfassenden Investitionsprogramm zur Erweiterung des Paketnetzwerkes. Bis Ende 2019 will das Unternehmen dafür 300 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Das größte und modernste Paketzentrum in Deutschland ist seit gut einem Jahr in Obertshausen bei Frankfurt in Betrieb. Die Deutsche Post hatte hier einen neuen Standort eröffnet – es ist das 34.

Paketzentrum des Unternehmens. Doch bei den Bonnern geht es weiter Schlag auf Schlag: Jetzt startet das Unternehmen auf dem ehemaligen Opel-Werksgelände in Bochum den Bau eines weiteren Paketzentrums. Wie in Obertshausen sollen hier bis zu 50 000 Pakete pro Stunde oder 400 000 pro Schicht sortiert werden können und 600 neue Jobs entstehen. Eine solche Kapazität kann kaum ein anderer Standort in Europa vorweisen. Nur das neue Logistikzentrum von Hermes in der britischen Stadt Rugby, das am Freitag eröffnet wurde, kann da mit einer Tageskapazität von 1,5 Millionen Paketen mithalten.

Insgesamt hat die Post nach eigenen Angaben in den vergangenen sechs Jahren 750 Millionen Euro in den Ausbau ihres Paketnetzes gesteckt. Bereits heute ist die Post nach Angaben einer Sprecherin in der Lage, in jeder Betriebsstunde mehr als eine Million Sendungen zu bearbeiten. Und mit Bochum werde im Netzwerk ein idealer Zugang zu einem der größten Ballungsräume in Europa geschaffen.

Tatsächlich tun die Logistikfirmen alles, um weiter vom Boom des Onlinehandels zu profitieren. „Wir kämpfen um jedes Paket“, lautet die Devise von Jürgen Gerdes, im Postvorstand für Briefe, Pakete und E-Commerce zuständig. Doch der gelbe Riese kann die Paketflut allein kaum stemmen. Die neuesten Zahlen der Studie über den Kurier-, Express- und Paketmarkt verdeutlichen die Entwicklung. Im Jahr 2021 werde das Sendevolumen, getragen hauptsächlich vom Paketversand, auf über 4 Milliarden ansteigen, eine Milliarde mehr als im vergangenen Jahr. Bei den B2C-Lieferungen, also das Geschäft mit Privatkunden, lag der Zuwachs 2016 bei plus 13 Prozent. Handelsverbände wie der HDE oder der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel erwarten in diesem Jahr ein Plus von elf Prozent.

Eine Untersuchung der Unternehmensberater von McKinsey aus 2016 rechnet bis 2025 sogar mit einer Verdoppelung des Paketvolumens. Davon soll dann ein Fünftel auf Auslieferung und Zustellung am gleichen Tag entfallen.

Peter Lessmann

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